Wechselwirkungen
Methotrexat und Cotrimoxazol
| Anwendung bei Erwachsenen | Empfehlung |
|---|---|
| Antibiotische Therapiedosis, z. B. Trimethoprim/ Sulfamethoxazol 160/800 mg zweimal täglich | Kombination mit MTX nicht einsetzen; Risiko schwerer Panzytopenie |
| PJP-Prophylaxe: Trimethoprim/Sulfamethoxazol 160/800 mg dreimal wöchentlich | Kombination mit niedrig dosiertem MTX möglich; Datenbasis: retrospektive Fall-Kontroll-Studie |
- 160/800 mg Trimethoprim/Sulfamethoxazol = 960 mg Cotrimoxazol pro Einnahme
- Bei Kombination: Blutbild und Nierenfunktion überwachen; bei Mukositis, Fieber oder neuen Blutungszeichen sofortige Abklärung
Weitere Methotrexat-Interaktionen
| Komedikation | Vorgehen |
|---|---|
| Penicilline, z. B. Amoxicillin | MTX während der Antibiotikagabe pausieren; verminderte MTX-Clearance / erhöhte Toxizität |
| Metamizol | Kombination vermeiden; erhöhtes Risiko hämatologischer Toxizität |
| ASS ≥2 g/d | Kombination vermeiden; 80–100 mg/d zur Thrombozytenaggregationshemmung möglich |
| Probenecid | Kombination meiden; reduzierte renale MTX-Ausscheidung |
| NSAR/Coxibe | Kombination nach Nierenfunktion beurteilen; bei eingeschränkter/instabiler Nierenfunktion erhöhtes MTX-Toxizitätsrisiko |
| Leflunomid | Kombination mit verstärkter Kontrolle von Blutbild/ Transaminasen möglich; Leflunomid-FI: gleichzeitige hepato-/ hämatotoxische DMARDs nicht ratsam |
| Isoniazid | Kombination bei Indikation möglich; Transaminasen kontrollieren |
| Sulfasalazin/Hydroxychloroquin | Kombination in rheumatologischen Standarddosierungen möglich; Folsäuresupplementation zu MTX |
| Protonenpumpenhemmer | geringe klinische Relevanz bei rheumatologischer MTX-Dosis |
Hydroxychloroquin
| Komedikation | Vorgehen |
|---|---|
| Azithromycin | Kombination nicht einsetzen; erhöhtes kardiales Risiko |
| Weitere QT-verlängernde Arzneimittel | Alternativen, Elektrolyte und EKG prüfen; Entscheidung nach konkreter Kombination und kardialem Risiko |
| Tamoxifen | FI: Kombination nicht empfohlen; bei dennoch erforderlicher Kombination jährliches Retinopathiescreening ab Beginn |
| Digoxin | Möglicher Spiegelanstieg; Spiegelkontrolle und ggf. Dosisanpassung; klinische Evidenz begrenzt |
| Ciclosporin | Möglicher Spiegelanstieg; Talspiegelkontrolle |
| Insulin/Antidiabetika | Hypoglykämierisiko; Glukosekontrolle, ggf. Dosisreduktion des Antidiabetikums |
Dosierung und Organkontrollen: Antimalariamittel
Sulfasalazin
- Eisen: zeitlich getrennte Einnahme; Chelatbildung / verminderte Sulfasalazinresorption
- Digoxin: mögliche verminderte Resorption; bei Beginn/Absetzen Wirkung und ggf. Spiegel kontrollieren
- Folsäure: verminderte Resorption; Supplementation besonders bei MTX-Kombination und Schwangerschaft
- Ciclosporin: Talspiegel kontrollieren, Dosis nach Spiegel/Verträglichkeit; Evidenz zur Interaktion begrenzt
Leflunomid
- MTX: additive Hepato-/Hämatotoxizität; FI-Abweichung
- Vitamin-K-Antagonisten: engmaschigere INR-Kontrollen bei Beginn, Dosisänderung und Absetzen
- Rosuvastatin: laut FI höchstens 10 mg/d bei Kombination
- Repaglinid: verstärkte Wirkung möglich; Glukosekontrolle
- Colestyramin/Aktivkohle: beschleunigte Elimination des aktiven Metaboliten; gezielt zum Auswaschen
JAK-Inhibitoren: Interaktionen
Erwachsenendosen für rheumatologische Anwendungen
| Wirkstoff / Komedikation | Empfehlung / aktuelle Fachinformation |
|---|---|
| Tofacitinib + starker CYP3A4-Hemmer, z. B. Ketoconazol; oder kombinierte mäßige CYP3A4-/starke CYP2C19-Hemmung, z. B. Fluconazol | Von 5 mg zweimal täglich bzw. 11 mg Retard einmal täglich auf 5 mg Filmtablette einmal täglich reduzieren |
| Tofacitinib + Rifampicin | Kombination nicht empfohlen; Wirkverlust möglich |
| Upadacitinib + starker CYP3A4-Hemmer | 15 mg/d mit Vorsicht; bei langfristiger Komedikation Alternative zum Hemmer erwägen |
| Upadacitinib + Rifampicin/Phenytoin | Wirkverlust möglich; Krankheitsaktivität kontrollieren |
| Baricitinib + Probenecid | 2 mg/d bei Erwachsenen; pädiatrisch Halbierung der gewichtsbezogenen Dosis |
| Baricitinib + Leflunomid | Möglicher Expositionsanstieg; Vorsicht; klinische Bedeutung unklar |
| Filgotinib + Itraconazol | Kombination meiden; wenn möglich Filgotinib pausieren (Kategorie B). FI abweichend: keine Dosisanpassung erforderlich |
| Filgotinib + Rifampicin | Kombination mit erhöhter Überwachung, ggf. Dosisanpassung (Kategorie C). FI: keine Dosisanpassung erforderlich |
- Grapefruit unter Upadacitinib: vermeiden
- JIA unter Tofacitinib: bei den oben genannten CYP-Hemmern gewichtsbezogene Einzeldosis nur einmal statt zweimal täglich; unter Baricitinib + Probenecid gewichtsbezogene Dosis halbieren
Nierenfunktion, Leberfunktion und Alter
| Wirkstoff | Konkrete Anpassung / Quellenunterschied |
|---|---|
| MTX | GFR ≤45 ml/min → von Anwendung abraten; bei >45 bis 60 ml/ min reduzierte Initialdosis, höchstens 10 mg/Woche, erwägen. FI: CrCl 30–59 ml/min → 50 %; CrCl <30 ml/min → kontraindiziert |
| HCQ | DGRh Antimalaria 2020: GFR <30 ml/min → höchstens 3 mg/kg tatsächliches Körpergewicht/d. Bei Lupusnephritis abweichende DGRh SLE 2025-Regel: 50 % Dosisreduktion; SLE/ Lupusnephritis |
| Leflunomid | unveränderte Dosis auch bei Niereninsuffizienz/Dialyse. EU-FI: mäßige/schwere Niereninsuffizienz kontraindiziert; Anwendung entgegen dieser Vorgabe (Off-Label) |
| Sulfasalazin | Tabelle 6: ab 65 Jahren 1.000–1.500 mg/d; Tabelle 7: GFR ≤30 ml/min → kontraindiziert. Geprüfte FI abweichend: keine altersbedingte Dosisreduktion; leichte/mäßige Niereninsuffizienz → Vorsicht; schwere Niereninsuffizienz → kontraindiziert, ohne numerische GFR-Grenze |
| Tofacitinib | CrCl <30 ml/min oder Child-Pugh B → 5 mg einmal täglich statt 5 mg zweimal täglich bzw. 11 mg Retard; Child-Pugh C → kontraindiziert |
| Baricitinib | CrCl 30–60 ml/min → 2 mg/d, <30 ml/min → nicht empfohlen |
| Filgotinib | CrCl 15–<60 ml/min → 100 mg/d, <15 ml/min → nicht empfohlen |
| Upadacitinib | eGFR 15–<30 ml/min/1,73 m² → 15 mg/d mit Vorsicht; terminale Niereninsuffizienz → nicht empfohlen |
- Messgröße: GFR/eGFR und CrCl entsprechend der jeweiligen Quelle; dynamische Nierenfunktionsänderung zusätzlich berücksichtigen
- JAKi ab 65 Jahren: nur ohne geeignete Alternative; zusätzliche Auswahlbeschränkungen bei kardiovaskulärem-/Malignomrisiko und langjähriger Rauchanamnese
- RA ab 65 Jahren: Baricitinib zunächst 2 mg/d, Filgotinib 100 mg/d; weitere Anpassung nach Wirksamkeit/ Risiko. Die frühere Altersgrenze von 75 Jahren ist durch aktuelle FI-Angaben überholt
- Baricitinib/Filgotinib: schwere Leberinsuffizienz → nicht empfohlen; Upadacitinib: Child-Pugh C → kontraindiziert
Kategorien: A = gefährliche Kombination; B = Kombination meiden, wenn möglich DMARD-Pause; C = Kombination mit zusätzlicher Überwachung/ggf. Dosisanpassung; D = in Standarddosierungen ohne relevante Interaktion nach damaliger Bewertung