Benralizumab
Wirkmechanismus
Benralizumab ist ein humanisierter, afucosylierter monoklonaler IgG1-κ-Antikörper gegen die Alpha-Untereinheit des IL-5-Rezeptors (IL-5Rα) auf Eosinophilen und Basophilen. Die hohe Affinität des Fc-Bereichs zu FcγRIII auf Effektorzellen verstärkt die antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität und führt zur Apoptose von Eosinophilen und Basophilen.
Zugelassene Indikationen
- Schweres eosinophiles Asthma bei Erwachsenen als Add-on-Erhaltungstherapie bei unzureichender Kontrolle trotz hochdosierter inhalativer Corticosteroide plus langwirksamer Beta-Agonisten.
- Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA): Add-on-Therapie bei Erwachsenen mit rezidivierender oder refraktärer EGPA.
Vor Therapiebeginn
- Bestehende Helminthen-Infektion vor Beginn behandeln. [FI 4.4]
- DGRh: Allgemeinstatus zur Frage einer aktiven Infektion, insbesondere Helminthen-Infektion; Impfstatus überprüfen/aktualisieren. [DGRh 02/2026]
- DGRh: BSG, CRP, großes Blutbild einschließlich Eosinophilen, GOT, GPT und Kreatinin. [DGRh 02/2026]
- DGRh: Hepatitis-B- und -C-Screening. [DGRh 02/2026]
Kontrollen
- Fortführung der Langzeittherapie mindestens einmal jährlich anhand Erkrankungsschwere, Krankheitskontrolle und Eosinophilenzahl überprüfen.
- DGRh: BSG/CRP, großes Blutbild mit Eosinophilen, GOT, GPT und Kreatinin in den ersten 3 Monaten etwa alle 4 Wochen, danach bei stabil normalen Werten alle 8–12 Wochen. [DGRh 02/2026]
- Auf Infektionszeichen sowie verzögerte Überempfindlichkeits-/anaphylaktische Reaktionen achten.
Dosierung
Asthma: 30 mg s.c.; erste drei Dosen im Abstand von 4 Wochen, anschließend alle 8 Wochen.
EGPA: 30 mg s.c. alle 4 Wochen.
Bei versäumter Dosis so bald wie möglich gemäß Dosierungsschema fortsetzen; keine doppelte Dosis.
Bei älteren Patienten sowie bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei lebensbedrohlichen Manifestationen der EGPA soll geprüft werden, ob eine Fortführung erforderlich ist; diese Patientengruppe wurde nicht untersucht.
Unterbrechung / Abbruch
- Überempfindlichkeitsreaktion: Fasenra dauerhaft absetzen und entsprechende Therapie einleiten.
- Neu erworbene Helminthen-Infektion, die nicht auf antihelminthische Therapie anspricht: Benralizumab absetzen, bis die Infektion abgeklungen ist.
- DGRh nennt schwere Infektionen und schwerwiegende allergische Reaktionen als Gründe für eine Unterbrechung. [DGRh 02/2026]
- Perioperativ empfiehlt die DGRh bei größeren Eingriffen eine Pause etwa 2 Wochen vor dem Eingriff und Wiederaufnahme nach Wundheilung; alternativ Operation zwischen zwei 4-wöchentlichen Injektionen planen. [DGRh 02/2026]
Therapiebeurteilung
- Fasenra ist für die Langzeitbehandlung vorgesehen; Fortführung mindestens jährlich überprüfen.
- DGRh: Wirkungseintritt bei EGPA meist innerhalb 4–8 Wochen; bei fehlender Besserung nach ca. 12 Wochen Fortführung kritisch überprüfen. [DGRh 02/2026]
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Benralizumab oder einen sonstigen Bestandteil.
Nebenwirkungen – Auswahl
Infektionen
- Häufig: Pharyngitis
Immunsystem
- Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen
- Nicht bekannt: Anaphylaktische Reaktion
Nervensystem
- Häufig*: Kopfschmerzen
Allgemein
- Häufig: Fieber, Reaktion an der Injektionsstelle
*Kopfschmerzen waren in der EGPA-Studie sehr häufig. Die FI kennzeichnet die Häufigkeit entsprechend indikationsspezifisch.
Wechselwirkungen
Es wurden keine spezifischen Interaktionsstudien durchgeführt; klinisch relevante pharmakokinetische Wechselwirkungen werden nicht erwartet.
Die DGRh nennt keine relevanten Interaktionen. [DGRh 02/2026]
Besondere Hinweise / Schwangerschaft / Stillzeit
- Fasenra nicht zur Behandlung akuter Asthma-Exazerbationen verwenden; Corticosteroide nach Therapiebeginn nicht abrupt absetzen.
Schwangerschaft: Anwendung möglichst vermeiden; nur erwägen, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter jedes potenzielle Risiko für das ungeborene Kind überwiegt.
Stillzeit: Entscheidung zwischen Unterbrechung des Stillens und Unterbrechung/Verzicht auf Fasenra unter Abwägung von Nutzen und Risiko.
DGRh 02/2026 beurteilt Stillen unter Benralizumab aufgrund der erwartbar geringen oralen Bioverfügbarkeit als vereinbar. Das ist eine pharmakologisch gestützte Einschätzung bei begrenzten direkten Daten, neben der vorsichtigeren FI. Benralizumab wird in der EULAR-Tabelle 2024 nicht separat evidenzbewertet. [DGRh 02/2026]
Überdosierung
Subkutane Dosen bis 200 mg wurden ohne Hinweise auf dosisabhängige Toxizität verabreicht. Es gibt keine spezifische Behandlung; supportive Therapie und Überwachung werden empfohlen.
Quellen für dieses Medikament
Fachinformation: FI Benralizumab, Abschnitt 4.1–4.9 und 5.1. Verwendeter Volltext: Englisch; abgerufen am 07.09.2026.
DGRh: Benralizumab ARZT 02 26, abgerufen am 07.09.2026.
Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung für Fachkreise. Sie ersetzt weder die Fachinformation noch die ärztliche Therapieentscheidung im Einzelfall.