Medikament

Ixekizumab

Wirkmechanismus

Ixekizumab ist ein monoklonaler IgG4-Antikörper, der mit hoher Affinität und Spezifität an Interleukin-17A einschließlich IL-17A/F bindet. Die Neutralisierung von IL-17A hemmt proinflammatorische Prozesse, die an der Pathogenese von Psoriasis, Psoriasis-Arthritis und axialer Spondyloarthritis beteiligt sind.

Zugelassene Indikationen

  • Mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
  • Mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren und mindestens 25 kg Körpergewicht, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
  • Aktive Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen nach unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber einem oder mehreren DMARDs; allein oder mit Methotrexat.
  • Aktive röntgenologische axiale Spondyloarthritis bei Erwachsenen nach unzureichendem Ansprechen auf konventionelle Therapie.
  • Aktive nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis bei Erwachsenen mit objektiven Entzündungszeichen (CRP und/oder MRT) und unzureichendem Ansprechen auf NSAR.
  • Juvenile Psoriasis-Arthritis und Enthesitis-assoziierte Arthritis ab 6 Jahren und mindestens 25 kg nach unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber konventioneller Therapie; allein oder mit Methotrexat.

Vor Therapiebeginn

  • Aktive klinisch relevante Infektionen ausschließen. Taltz darf bei aktiver Tuberkulose nicht verabreicht werden. [FI 4.3/4.4]
  • Bei latenter Tuberkulose soll vor Behandlungsbeginn eine Anti-TB-Therapie in Erwägung gezogen werden. [FI 4.4]
  • DGRh: Thorax-Röntgenaufnahme nicht älter als 3 Monate und geeigneter Screeningtest, vorzugsweise IGRA. [DGRh 03/2024]
  • DGRh: Bei latenter Tuberkulose Prophylaxe möglichst 4 Wochen vor Therapiebeginn; Isoniazid über insgesamt 9 Monate oder Rifampicin über insgesamt 4 Monate. [DGRh 03/2024]
  • DGRh: Impfstatus überprüfen/aktualisieren sowie großes Blutbild, GPT und Kreatinin bestimmen. [DGRh 03/2024]

Kontrollen

  • Klinisch auf Infektionszeichen, Candidosen sowie neue oder sich verschlechternde Symptome einer entzündlichen Darmerkrankung achten.
  • DGRh: BSG/CRP, großes Blutbild, GPT und Kreatinin in den ersten 3 Monaten etwa alle 4 Wochen, danach etwa alle 3 Monate. [DGRh 03/2024]

Dosierung

Plaque-Psoriasis – Erwachsene: 160 mg s.c. in Woche 0, danach 80 mg in Woche 2, 4, 6, 8, 10 und 12; anschließend 80 mg alle 4 Wochen.

Psoriasis-Arthritis – Erwachsene: 160 mg s.c. in Woche 0, danach 80 mg alle 4 Wochen. Bei gleichzeitig mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis gilt das Psoriasis-Schema.

Axiale Spondyloarthritis – Erwachsene: 160 mg s.c. in Woche 0, danach 80 mg alle 4 Wochen.

Plaque-Psoriasis / JPsA / EAA – 6 bis <18 Jahre, >50 kg: 160 mg in Woche 0, danach 80 mg alle 4 Wochen.

Plaque-Psoriasis / JPsA / EAA – 6 bis <18 Jahre, 25–50 kg: 80 mg in Woche 0, danach 40 mg alle 4 Wochen.

Taltz wird für Kinder unter 25 kg nicht empfohlen. Das Körpergewicht ist bei Kindern regelmäßig vor der Dosierung zu dokumentieren bzw. zu überprüfen.

Bei Personen ≥65 Jahre ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung wurde Taltz nicht untersucht; es können daher keine Dosisempfehlungen gegeben werden.

Unterbrechung / Abbruch

  • Bei schwerwiegender Infektion oder fehlendem Ansprechen einer Infektion auf Standardtherapie Taltz unterbrechen und erst nach Ausheilung wieder verabreichen.
  • Bei schwerwiegender Überempfindlichkeitsreaktion Taltz sofort unterbrechen und geeignete Behandlung einleiten.
  • Bei Neuerkrankung oder Exazerbation einer entzündlichen Darmerkrankung Ixekizumab absetzen und angemessen behandeln.
  • DGRh: Bei akuten fieberhaften Infekten nächste Applikation bis zum Abklingen verschieben. [DGRh 03/2024]
  • DGRh perioperativ: elektive Eingriffe möglichst am Ende des Spritzenintervalls planen; Fortsetzung erst nach Abschluss der Wundheilung. [DGRh 03/2024]

Therapiebeurteilung

  • Bei fehlendem Ansprechen nach 16–20 Wochen soll ein Absetzen in Erwägung gezogen werden; bei anfänglich partiellem Ansprechen kann sich das Ansprechen bei Fortsetzung über 20 Wochen hinaus verbessern.
  • DGRh: Wirkungseintritt meist nach etwa 2–4 Wochen; ohne Besserung nach 3–4 Monaten Fortführung kritisch überprüfen. [DGRh 03/2024]

Kontraindikationen

  • Schwerwiegende Überempfindlichkeit gegen Ixekizumab oder einen sonstigen Bestandteil.
  • Klinisch relevante aktive Infektionen, z. B. aktive Tuberkulose.

Eine unbehandelte latente Tuberkulose wird im DGRh-Bogen als Kontraindikation bezeichnet. Die aktuelle FI führt sie nicht als formale Gegenanzeige, sondern empfiehlt die Erwägung einer Anti-TB-Therapie vor Behandlungsbeginn; für die formale Gegenanzeigenliste gilt daher die FI.

Nebenwirkungen – Auswahl

Infektionen

  • Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege
  • Häufig: Tinea-Infektion; mukokutaner Herpes simplex
  • Gelegentlich: Influenza, Rhinitis, orale Candidose, Konjunktivitis, Phlegmone
  • Selten: Ösophageale Candidose

Blut/Lymphsystem

  • Gelegentlich: Neutropenie, Thrombozytopenie

Immunsystem

  • Gelegentlich: Angioödem
  • Selten: Anaphylaxie

Atemwege

  • Häufig: Oropharyngeale Schmerzen

Gastrointestinal

  • Häufig: Übelkeit
  • Gelegentlich: Entzündliche Darmerkrankung

Haut

  • Gelegentlich: Urtikaria, Ausschlag, Ekzem, dyshidrotisches Ekzem
  • Selten: Exfoliative Dermatitis

Allgemein

  • Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle

Wechselwirkungen

  • Die Sicherheit in Kombination mit anderen Immunmodulatoren oder Phototherapie wurde bei Plaque-Psoriasis nicht untersucht.
  • Orale Corticosteroide, NSAR, Sulfasalazin und Methotrexat beeinflussten die Ixekizumab-Clearance nicht klinisch relevant.
  • Keine klinisch signifikante pharmakokinetische Auswirkung auf untersuchte CYP3A4-, CYP2C9-, CYP2C19-, CYP1A2- oder CYP2D6-Substrate.
  • DGRh: Von der Kombination mit anderen Biologika wird abgeraten. [DGRh 03/2024]

Besondere Hinweise / Schwangerschaft / Stillzeit

  • Lebendimpfstoffe nicht gleichzeitig mit Taltz anwenden.
  • Ixekizumab wird bei entzündlicher Darmerkrankung nicht empfohlen.
  • Frauen im gebärfähigen Alter: zuverlässige Verhütung während und mindestens 10 Wochen nach der Behandlung.

Schwangerschaft: Anwendung als Vorsichtsmaßnahme möglichst vermeiden.

Stillzeit: individuelle Entscheidung, ob Stillen oder Behandlung zu unterbrechen ist; Nutzen des Stillens für das Kind und Nutzen der Therapie für die Frau sind gegeneinander abzuwägen.

Leitlinienergänzung: EULAR 2024 erlaubt Ixekizumab in der Schwangerschaft, wenn es zur wirksamen Kontrolle der mütterlichen Erkrankung erforderlich ist (Evidenz/Empfehlungsgrad 4/C). Für die Stillzeit gilt die Fortführung als kompatibel (5/D); die Evidenz ist wirkstoffabhängig und bedeutet keine Garantie eines Nullrisikos. Dies ist eine eigenständige Empfehlung neben der oben genannten FI. [EULAR Reproduktion 2024, Tabelle 1]

Überdosierung

Dosen bis 180 mg s.c. wurden ohne dosislimitierende Toxizität verabreicht; Einzelüberdosierungen bis 240 mg s.c. wurden ohne schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet. Bei Überdosierung Überwachung und geeignete symptomatische Behandlung.

Quellen für dieses Medikament

Fachinformation: FI Ixekizumab, Abschnitt 4.1–4.9 und 5.1. Verwendeter Volltext: Englisch; abgerufen am 07.09.2026.

DGRh: Ixekizumab ARZT 03 2024, abgerufen am 07.09.2026.

Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung für Fachkreise. Sie ersetzt weder die Fachinformation noch die ärztliche Therapieentscheidung im Einzelfall.

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