MedikamentBiologische DMARDs (bDMARDs)

Adalimumab

Adalimumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der IgG1-Antikörper und ein TNFα-Blocker.

Therapieinformationsbögen DGRH: Ärzt:innen

Therapieinformationsbögen DGRH: Patient:innen

Wirkstoff

Adalimumab

Wirkmechanismus

Adalimumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der IgG1-Antikörper und ein TNFα-Blocker.

Zulassungen

Rheumatoide Arthritis, Juvenile idiopathische Arthritis, Axiale Spondyloarthritis, Psoriasis-Arthritis, Psoriasis, Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen, Hidradenitis suppurativa (Acne inversa), Morbus Crohn, Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen, Colitis ulcerosa, Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen, Uveitis, Uveitis bei Kindern und Jugendlichen

Galenische Form und Verabreichung

40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze oder im Fertigpen

80mg Injektionslösung in einer Fertigspritze oder im Fertigpen (Cave: Zulassung nur bei RA)

Vor Therapiebeginn

Allgemeinstatus zum Ausschluss einer aktiven Infektion und einer mittelschweren und schweren Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III und IV). Überprüfung und ggf. Aktualisierung des Impfstatus. Hepatitis-B-Screening. Untersuchung auf aktive oder latente Tuberkulose: Röntgenaufnahme des Thorax (nicht älter als 3 Monate) und geeignete Screeningtests. Bei Hinweisen auf latente Tbc: Prophylaxe mit INH (+ ggf. Vitamin B6) möglichst 4 Wochen vor Beginn der Adalimumab-Therapie über insges. 9 Monate bei strenger Indikationsstellung und unter regelmäßigen Kontrollen. Laborbestimmungen: BSG, CRP, großes Blutbild, GOT, GPT, Kreatinin.

Kontrollintervalle und Kontrollmaßnahmen

Klinische Untersuchung: Infektionszeichen, Abszesse, Fieber, Husten, Kräfteschwund/Gewichtsverlust. Laborbestimmungen: Sicherheits- und Aktivitätsparameter (BSG und/oder CRP, großes Blutbild, GOT, GPT, Kreatinin) in den ersten 3 Monaten ca. alle vier Wochen, bei stabil normalen Werten dann alle 8-12 Wochen.

Dosierung/Verabreichung

Rheumatoide Arthritis Bei erwachsenen Patienten mit rheumatoider Arthritis beträgt die empfohlene Dosis von 40 mg Adalimumab, die jede zweite Woche als Einzeldosis subkutan injiziert wird. Adalimumab wird bei der Behandlung der RA möglichst in Kombination mit Methotrexat eingesetzt, es ist aber auch als Monotherapie zugelassen falls Methotrexat nicht anwendbar oder nicht indiziert ist. Bei unzureichender Wirksamkeit kann bei einigen Präparaten auch eine Dosiserhöhung auf 80mg alle 2 Wochen oder auf 40mg wöchentlich erfolgen.

Ankylosierende Spondylitis, axiale Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS und Psoriasis-Arthritis Bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis, axialer Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS oder bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis beträgt die empfohlene Dosis von 40 mg Adalimumab, die jede zweite Woche als Einzeldosis subkutan injiziert wird.

Bei Psoriasis (Cave: nicht bei Psoriasisarthritis, Diagnose beachten) kann die Dosis auch auf 80mg alle 2 Wochen oder 40mg wöchentlich erhöht werden.

Unterbrechung/Dosismodifikation bei UAW

Eine Dosisunterbrechung kann erforderlich sein, z. B. vor einer Operation oder beim Auftreten einer schweren Infektion. Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass nach einer Unterbrechung von 70 Tagen oder länger die Wiederaufnahme der Adalimumab-Therapie zu der gleichen Größenordnung des klinischen Ansprechens und einem ähnlichen Sicherheitsprofil wie vor der Dosisunterbrechung führte.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen wie Sepsis und opportunistischeInfektionen. Mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV)

Potenzielle unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Auswahl, nicht nach Häufigkeit geordnet, in meisten Fällen keine Kausalität nachgewiesen)

Leuko- und Thrombopenie, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Parästhesien, Symptome einer demyelinisierenden Erkrankung, Infektion der oberen Atemwege, Pneumonie opportunistische Infektionen, Tuberkulose, Transaminasenanstieg, Reaktionen an der Einstichstelle, Hautausschlag, Haut- und Weichteilinfektionen, Herpes simplex, nicht-melanozytischer Hautkrebs, Psoriasis, Melanom, Harnwegsinfektion, Fieber, Sepsis, gestörte Wundheilung, Lupus-ähnliches Syndrom

Wechselwirkungen/Interaktionen

Von der Kombination mit anderen biologischen DMARDs oder JAK-Inhibitoren wird abgeraten. Andere relevante Interaktionen sind nicht bekannt

Besondere Hinweise/Warnhinweise

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C). Nicht einfrieren. Die Fertigspritze bzw. den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Herstellerabhängig: z.B. Humira: Eine einzelne Fertigspritze bzw. Ein einzelner Fertigpen darf für bis zu 14 Tage bei Temperaturen bis zu maximal 25 °C gelagert werden. Die Spritze oder der Pen müssen vor Licht geschützt werden und müssen entsorgt werden, wenn sie nicht innerhalb dieser 14 Tage verwendet werden.

Datum der Aktualisierung

30.09.2025

Quellen und Fachinformationen

Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung für Fachkreise. Sie ersetzt weder die Fachinformation noch die ärztliche Therapieentscheidung im Einzelfall.