Adalimumab
| Indikationen | RA · PsA · axSpA · polyartikuläre JIA · Enthesitis-assoziierte Arthritis; Psoriasis · Hidradenitis suppurativa · Morbus Crohn · Colitis ulcerosa · nicht infektiöse Uveitis. |
|---|---|
| Dosierung | RA, PsA, axSpA: 40 mg s.c. alle 2 Wochen. Bei RA möglichst mit MTX. |
| Gegenanzeigen (Auswahl) | Herzinsuffizienz NYHA III/IV; aktive Tbc oder andere schwere Infektionen. |
| Besondere Sicherheitsmaßnahmen | Tbc- und Hepatitis-B-Screening. Aktive Infektionen ausschließen, Impfstatus prüfen. |
Wirkmechanismus
Humaner monoklonaler IgG1-Antikörper gegen TNF-α. Blockiert dessen Bindung an die TNF-Rezeptoren p55 und p75. [1]
Indikationen
Rheumatoide Arthritis: Mäßige bis schwere aktive RA nach unzureichendem Ansprechen auf DMARDs einschließlich MTX; außerdem schwere aktive progressive RA ohne vorherige MTX-Therapie. In Kombination mit MTX; Monotherapie bei MTX-Unverträglichkeit oder wenn MTX nicht fortgeführt werden kann.
Psoriasis-Arthritis: Aktive progressive PsA nach unzureichendem Ansprechen auf DMARDs.
Axiale Spondyloarthritis: Schwere aktive ankylosierende Spondylitis nach unzureichender konventioneller Therapie; schwere aktive nicht röntgenologische axSpA mit erhöhtem CRP und/oder MRT-Entzündungszeichen nach unzureichendem Ansprechen auf oder Unverträglichkeit von NSAR.
Polyartikuläre JIA: Aktive Erkrankung ab 2 Jahren nach unzureichendem DMARD-Ansprechen, mit MTX beziehungsweise als Monotherapie bei ungeeignetem MTX. [1]
Enthesitis-assoziierte Arthritis: Aktive Erkrankung ab 6 Jahren nach unzureichendem Ansprechen auf oder Unverträglichkeit der konventionellen Therapie. [1]
Psoriasis: Mittelschwere bis schwere chronische Plaque-Psoriasis bei Eignung für eine systemische Therapie; schwere chronische Plaque-Psoriasis ab 4 Jahren nach unzureichendem Ansprechen auf oder bei ungeeigneter topischer Therapie und Phototherapie.
Hidradenitis suppurativa: Aktive mittelschwere bis schwere Erkrankung ab 12 Jahren nach unzureichendem Ansprechen auf eine konventionelle systemische Therapie.
Morbus Crohn: Mittelschwere bis schwere aktive Erkrankung ab 6 Jahren nach unzureichender konventioneller Therapie beziehungsweise bei deren Unverträglichkeit oder Kontraindikationen.
Colitis ulcerosa: Mittelschwere bis schwere aktive Erkrankung ab 6 Jahren nach unzureichender konventioneller Therapie beziehungsweise bei deren Unverträglichkeit oder Kontraindikationen.
Uveitis: Nicht infektiöse intermediäre, posteriore Uveitis und Panuveitis nach unzureichendem Kortikosteroid-Ansprechen, bei Bedarf einer Kortikosteroid-Einsparung oder bei ungeeigneten Kortikosteroiden. Chronische nicht infektiöse anteriore Uveitis ab 2 Jahren nach unzureichendem Ansprechen auf, Unverträglichkeit von oder bei ungeeigneter konventioneller Therapie.
Dosierung und Anwendung
| Indikation | Dosierung |
|---|---|
| RA | 40 mg alle 2 Wochen, möglichst mit MTX. [2] Bei unzureichendem Ansprechen unter Monotherapie: 40 mg wöchentlich oder 80 mg alle 2 Wochen möglich. [1] |
| PsA | 40 mg alle 2 Wochen. [1] |
| AxSpA | 40 mg alle 2 Wochen. [1] |
| Plaque-Psoriasis | Initial 80 mg; ab Woche 1 40 mg alle 2 Wochen. Bei unzureichendem Ansprechen nach 16 Wochen: 40 mg wöchentlich oder 80 mg alle 2 Wochen möglich; nach ausreichendem Ansprechen Rückkehr zu 40 mg alle 2 Wochen erwägen. [1] |
| Hidradenitis suppurativa | 160 mg an Tag 1, 80 mg an Tag 15; ab Tag 29 40 mg wöchentlich oder 80 mg alle 2 Wochen. [1] |
| Morbus Crohn | 80 mg in Woche 0, 40 mg in Woche 2; bei erforderlichem raschem Ansprechen alternativ 160/80 mg mit höherem Nebenwirkungsrisiko während der Einleitung. Ab Woche 4 40 mg alle 2 Wochen. Bei nachlassendem Ansprechen: 40 mg wöchentlich oder 80 mg alle 2 Wochen. [1] |
| Colitis ulcerosa | 160 mg in Woche 0, 80 mg in Woche 2; ab Woche 4 40 mg alle 2 Wochen. Bei nachlassendem Ansprechen: 40 mg wöchentlich oder 80 mg alle 2 Wochen. [1] |
| Nicht infektiöse Uveitis | Initial 80 mg; ab Woche 1 40 mg alle 2 Wochen. [1] |
PsA mit peripherer Arthritis: Beim Beginn des ersten TNF-Hemmers ein bisher verträgliches MTX beziehungsweise anderes csDMARD fortführen. Für axiale Symptome ist ein zusätzlicher Nutzen von MTX nicht belegt. [3]
Versäumte Dosis: Sobald wie möglich nachholen; die nächste Dosis am ursprünglich vorgesehenen Tag anwenden. [1]
Pädiatrische Dosierungen
| Indikation / Alter | Dosierung nach Körpergewicht |
|---|---|
| Polyartikuläre JIA ab 2 Jahren | 10 bis <30 kg: 20 mg alle 2 Wochen; ≥30 kg: 40 mg alle 2 Wochen. |
| Enthesitis-assoziierte Arthritis ab 6 Jahren | 15 bis <30 kg: 20 mg alle 2 Wochen; ≥30 kg: 40 mg alle 2 Wochen. |
| Plaque-Psoriasis, 4–17 Jahre | 15 bis <30 kg: initial 20 mg, ab Woche 1 20 mg alle 2 Wochen. ≥30 kg: initial 40 mg, ab Woche 1 40 mg alle 2 Wochen. |
| Hidradenitis suppurativa ab 12 Jahren, ≥30 kg | 80 mg in Woche 0; ab Woche 1 40 mg alle 2 Wochen. Bei unzureichendem Ansprechen 40 mg wöchentlich oder 80 mg alle 2 Wochen erwägen. |
| Morbus Crohn, 6–17 Jahre | <40 kg: 40/20 mg in Woche 0/2, ab Woche 4 20 mg alle 2 Wochen. ≥40 kg: 80/40 mg in Woche 0/2, ab Woche 4 40 mg alle 2 Wochen. Bei erforderlichem raschem Ansprechen alternativ Einleitung mit 80/40 mg beziehungsweise 160/80 mg; höheres Nebenwirkungsrisiko. Bei unzureichendem Ansprechen: <40 kg 20 mg wöchentlich; ≥40 kg 40 mg wöchentlich oder 80 mg alle 2 Wochen. |
| Colitis ulcerosa, 6–17 Jahre | <40 kg: 80/40 mg in Woche 0/2, ab Woche 4 40 mg alle 2 Wochen. ≥40 kg: 160/80 mg in Woche 0/2, ab Woche 4 80 mg alle 2 Wochen. |
| Chronische anteriore Uveitis ab 2 Jahren | <30 kg: 20 mg alle 2 Wochen; ≥30 kg: 40 mg alle 2 Wochen, jeweils mit MTX. Optional eine Woche vor Beginn der Erhaltung eine Initialdosis von 40 mg beziehungsweise 80 mg. Für diese Initialdosis fehlen klinische Daten bei Kindern <6 Jahren. |
Dosisanpassung
Nieren- und Leberfunktion: Nicht untersucht; keine Dosierungsempfehlung verfügbar.
Alter: Keine Dosisanpassung erforderlich. Bei über 65-Jährigen häufiger schwere Infektionen.
Vor Therapiebeginn
Klinik: Herzinsuffizienz NYHA III/IV und aktive Infektionen ausschließen. Impfstatus prüfen und gegebenenfalls vervollständigen. [2]
Tuberkulose: Anamnese, klinische Untersuchung, IGRA und Thorax-Röntgen; aktive Tuberkulose vor einer LTBI-Prävention ausschließen. [4]
LTBI: Präventive Therapie vor Adalimumab beginnen. Kürzere Rifamycin-Schemata bevorzugen: Rifampicin für 4 Monate oder Rifampicin plus Isoniazid für 3 Monate; alternativ Isoniazid für 9 Monate. Wechselwirkungen, Verträglichkeit und Resistenzanamnese berücksichtigen. [4]
Beginn unter LTBI-Prävention: Die gemeinsame Stellungnahme DZK/DGRh/DDG 2021 empfiehlt mindestens 4 Wochen präventive Therapie vor der Immunsuppression. Die S2k-Leitlinie 2022 bezeichnet den frühestmöglichen Start als nicht gesichert und beschreibt 4–8 Wochen als in der Literatur sicher angesehenen Vorlauf. Bei dringlicher Immunsuppression Zeitpunkt interdisziplinär unter Berücksichtigung der Grunderkrankung und des Präventionsverlaufs festlegen. [5][4]
HBV-Screening: HBsAg, Anti-HBc und Anti-HBs; bei HBsAg+ oder Anti-HBc+ zusätzlich HBV-DNA. [6]
Gesamtrisiko: Glukokortikoiddosis/-dauer, weitere Immunsuppression sowie Chemo-/Transplantationsregime berücksichtigen. Anti-HBs+ schließt bei Anti-HBc+ eine Reaktivierung nicht aus. Wenn erforderliche HBV-Kontrollen nicht gesichert sind: Prophylaxe. [6][7]
Kontrollen ohne Prophylaxe: bei HBsAg−/Anti-HBc+/HBV-DNA− HBsAg, HBV-DNA und ALT alle 1–3 Monate. Bei neuem DNA-Nachweis oder HBsAg-Reversion sofort antiviral behandeln, vor Hepatitis. [6]
Prophylaxe: Entecavir oder Tenofovir (TDF/TAF) vor Immunsuppression beginnen, währenddessen und danach 6–12 Monate (bei B-Zell-Depletion mindestens 18 Monate) fortführen. Nach Absetzen weiter überwachen; bei eigenständiger HBV-Therapieindikation länger behandeln. [6]
Impfung: Bei HBsAg−/Anti-HBc− und fehlendem Impfschutz möglichst vor Immunsuppression impfen; Schema und Erfolgskontrolle. [6][8]
Labor: BSG, CRP, großes Blutbild, GOT, GPT, Kreatinin. [2]
Haut: Vor Therapiebeginn Untersuchung auf nichtmelanozytären Hautkrebs, insbesondere nach umfangreicher Immunsuppression oder bei Psoriasis nach PUVA. [1]
Intermediäre Uveitis: Neurologische Untersuchung auf demyelinisierende Erkrankungen. [1]
Kontrollen
Labor: BSG und/oder CRP, großes Blutbild, GOT, GPT, Kreatinin. In den ersten 3 Monaten etwa alle 4 Wochen; bei stabil normalen Werten anschließend alle 8–12 Wochen.
Klinik: Infektionszeichen, Abszesse, Fieber, Husten, Kräfteschwund und Gewichtsverlust.
Ergänzend: Infektionsüberwachung bis 4 Monate nach Absetzen; bei HBV-Trägern auch nach Therapieende auf Reaktivierung achten. Während der Therapie Untersuchung auf nichtmelanozytären Hautkrebs. Bei intermediärer Uveitis regelmäßige neurologische Beurteilung. [1]
Wirkbeginn und Therapiebeurteilung
Rheumatologische Anwendung: Wirkungseintritt meist innerhalb der ersten 4 Wochen. Bei fehlender Besserung nach 12 Wochen Fortführung kritisch prüfen. [2]
Weitere Indikationen: Bei Psoriasis fehlendes Ansprechen nach 16 Wochen, bei Hidradenitis suppurativa nach 12 Wochen kritisch prüfen. Bei erwachsener Colitis ulcerosa ohne Ansprechen innerhalb von 2–8 Wochen nicht fortführen; bei pädiatrischer Colitis ulcerosa nach 8 Wochen kritisch prüfen. Bei Uveitis Nutzen und Risiko einer Langzeitbehandlung jährlich beurteilen. [1]
Gegenanzeigen
Mittelschwere bis schwere Herzinsuffizienz NYHA III/IV. Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen, beispielsweise Sepsis oder opportunistische Infektionen. Überempfindlichkeit gegen Adalimumab oder einen Hilfsstoff.
Nebenwirkungen und Maßnahmen
Häufig berichtete Beschwerden: Infektionen, lokale Injektionsreaktionen, Kopfschmerzen und muskuloskelettale Schmerzen.
| Befund | Maßnahme |
|---|---|
| Schwere Infektion / Sepsis | Adalimumab absetzen; Infektion behandeln. |
| HBV-Reaktivierung | Adalimumab absetzen; wirksame antivirale Therapie beginnen. |
| Neue oder zunehmende Herzinsuffizienz | Adalimumab absetzen. |
| Anaphylaxie / schwere allergische Reaktion | Sofort absetzen und behandeln. |
| Neue demyelinisierende Erkrankung | Absetzen erwägen. |
| Signifikante Blutbildveränderungen | Absetzen erwägen. Bei anhaltendem Fieber, Hämatomen, Blutungen oder Blässe unverzügliche ärztliche Abklärung. |
| Klinische Zeichen eines lupusähnlichen Syndroms und Anti-dsDNA+ | Adalimumab absetzen. Isolierte Anti-dsDNA-Positivität erfüllt dieses klinische Absetzkriterium allein nicht. |
Malignome laut FI: Lymphome, Leukämien und Hauttumoren wurden berichtet. Seltene hepatosplenische T-Zell-Lymphome wurden insbesondere auch bei jungen Erwachsenen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung unter zusätzlichem Azathioprin oder 6-Mercaptopurin beschrieben. [1]
Wechselwirkungen
Andere Biologika oder JAK-Inhibitoren: Kombination nicht empfohlen. [2]
Methotrexat: Vermindert die Bildung von Anti-Adalimumab-Antikörpern; bei RA möglichst kombinieren. [1][2]
Azathioprin / 6-Mercaptopurin: Erhöhtes Risiko schwerer Infektionen und maligner Ereignisse gegenüber Adalimumab allein in Studien bei erwachsenem Morbus Crohn. [1]
Tumoranamnese
Solider Tumor in Remission: Bei entzündlicher Arthritis können TNF-Inhibitoren gegenüber anderen zielgerichteten Therapien bevorzugt werden. Dies gilt auch für nichtmelanozytären Hautkrebs; für ein Melanom enthält diese Empfehlung keine entsprechende Therapiepräferenz. [9]
Lymphom in der Anamnese: Bei entzündlicher Arthritis und Tumorremission kann eine B-Zell-depletierende Therapie gegenüber anderen zielgerichteten Therapien bevorzugt werden. [9]
Tumorerkrankung ohne Remission: Therapieentscheidung gemeinsam mit Patient und onkologisch behandelndem Team treffen. [9]
Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft: Während der gesamten Schwangerschaft anwendbar; individuelle Wirksamkeit und plazentaren Übertritt berücksichtigen. [10]
Stillzeit: Mit dem Stillen vereinbar. [10]
Väterlicher Kinderwunsch: Fortführung möglich. [10]
Säuglingsimpfungen: Totimpfstoffe und Rotavirusimpfung nach regulärem Impfplan. Nach intrauteriner Exposition nach der 20. Schwangerschaftswoche BCG-Impfung bis zum Alter von 6 Monaten verschieben. [10]
Fachinformation: Schwangerschaft bei eindeutiger Erforderlichkeit; Kontrazeption während der Behandlung und ≥5 Monate danach erwägen. Stillen möglich. Lebendimpfstoffe beim intrauterin exponierten Säugling bis 5 Monate nach letzter mütterlicher Gabe in der Schwangerschaft nicht empfohlen. [1]
Impfungen
Lebendimpfungen: Während der Therapie vermeiden; mindestens 4 Wochen vor Beginn oder frühestens 2 Monate nach letzter Dosis. [11][1]
Nichtlebendimpfstoffe: Unter Therapie möglich; möglichst mindestens 2, besser 4 Wochen vor Beginn vervollständigen. [11][1]
Empfohlene Nichtlebendimpfstoffe
Auswahl für Erwachsene nach Alter, Grunderkrankung, Impfstatus und Gesamtimmunsuppression. [8]
| Impfung | Indikation / Schema |
|---|---|
| Influenza | Jährlich bei Immunsuppression/ |
| COVID-19 | Jährlich bei relevanter Immunsuppression/ |
| Pneumokokken | PCV20 bei Immunsuppression/ |
| Herpes zoster | Ab 18 Jahren bei Immundefizienz oder schwerer Grunderkrankung; ab 60 Jahren generell. Adjuvantierter Totimpfstoff: 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten; möglichst vor Immunsuppression. |
| Hepatitis B | Bei fehlendem Impfschutz und (geplanter) Immunsuppression. Anti-HBs 4–8 Wochen nach der Impfserie kontrollieren; Ziel ≥100 IE/l. |
| RSV | Einmalig ab 75 Jahren; mit 60–74 Jahren bei schwerer Grunderkrankung/ |
Weitere Impfungen: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, HPV und altersgemäß Meningokokken-ACWY nach Impfkalender vervollständigen; Hepatitis A, FSME, Meningokokken B und Hib bei zusätzlicher Indikation. Bei Kindern und Jugendlichen altersgerechte STIKO-Schemata verwenden. [8]
Operationen
DGRh: Operation zum Ende des Therapieintervalls planen. Nach Unterbrechung in Abhängigkeit von der Wundheilung baldmöglichst wieder beginnen. [13]
ACR/AAHKS – elektive Hüft- oder Knieendoprothese: Bei Gabe alle 2 Wochen Operation in Woche 3 nach der letzten Dosis planen. Wiederbeginn bei heilender Wunde, entfernten Nähten/Klammern und ohne relevante Schwellung, Rötung, Sekretion oder weitere Infektion; typischerweise nach etwa 14 Tagen. Bedingte Empfehlung. [14]
Alltag und Handhabung
Injektion: Selbstinjektion nach Schulung. Injektionsstellen an Bauch oder Oberschenkel wechseln; nicht in druckempfindliche, gerötete, verhärtete oder verletzte Haut injizieren. [1]
Rückverfolgbarkeit: Präparat und Chargennummer dokumentieren. [1]
Verkehrstüchtigkeit: Geringer Einfluss möglich; Schwindel und Sehstörungen können auftreten. [1]
Handelspräparate, Wirkstärken und Besonderheiten
Auswahl zugelassener Darreichungsformen: Humira · Amgevita · Hulio · Hyrimoz · Idacio · Imraldi · Yuflyma.
Lagerung: Bei 2–8 °C im Kühlschrank. Nicht einfrieren. Im Umkarton vor Licht schützen. Eine Lagerung bis 25 °C ist für die unten genannten Zeiträume möglich; danach verwerfen. [1][15][16][17][18][19][20]
Anwendung: Pens und Fertigspritzen zur einmaligen subkutanen Anwendung. [1]
Humira [1]
Fertigspritzen: 20 mg/0,2 ml; 40 mg/0,4 ml; 80 mg/0,8 ml. Pens: 40 mg/0,4 ml; 80 mg/0,8 ml. Jeweils 100 mg/ml.
Stärkenabhängige Zulassungen: 40 mg: Indikationen wie oben. 20 mg: pädiatrische JIA, Enthesitis-assoziierte Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn und Uveitis. 80 mg: RA, Psoriasis bei Erwachsenen, Hidradenitis suppurativa, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Uveitis; alters- und gewichtsabhängige Dosierung beachten.
RA: Die Eskalation auf 80 mg alle 2 Wochen ist im Dosierungsschema für die Monotherapie beschrieben.
Außerhalb des Kühlschranks: Bis 25 °C für höchstens 14 Tage.
Amgevita [15]
Fertigspritzen: 20 mg/0,2 ml, 40 mg/0,4 ml und 80 mg/0,8 ml. Pens: 40 mg/0,4 ml und 80 mg/0,8 ml. Jeweils 100 mg/ml.
Außerhalb des Kühlschranks: Bis 25 °C für höchstens 14 Tage.
Hulio [16]
Fertigspritzen: 20 mg/0,4 ml und 40 mg/0,8 ml. Pen: 40 mg/0,8 ml. Jeweils 50 mg/ml. Zusätzlich Durchstechflasche 40 mg/0,8 ml.
Außerhalb des Kühlschranks: Fertigspritzen und Pen bis 25 °C für höchstens 8 Wochen. Die Ausnahme gilt nicht für die Durchstechflasche.
Hyrimoz [17]
50 mg/ml: Fertigspritzen 20 mg/0,4 ml und 40 mg/0,8 ml; Pen 40 mg/0,8 ml. 100 mg/ml: Fertigspritzen 20 mg/0,2 ml, 40 mg/0,4 ml und 80 mg/0,8 ml; Pens 40 mg/0,4 ml und 80 mg/0,8 ml.
Außerhalb des Kühlschranks: Bis 25 °C; bei 50 mg/ml höchstens 21 Tage, bei 100 mg/ml höchstens 42 Tage.
Idacio [18]
Fertigspritze und Pen: 40 mg/0,8 ml; 50 mg/ml.
Pädiatrische Dosierung: Für Dosen unter 40 mg ist eine andere geeignete Adalimumab-Darreichungsform erforderlich.
Außerhalb des Kühlschranks: Bis 25 °C für höchstens 28 Tage.
Imraldi [19]
Fertigspritzen und Pens: 40 mg/0,8 ml (50 mg/ml) oder 40 mg/0,4 ml (100 mg/ml). Zusätzlich Durchstechflasche 40 mg/0,8 ml.
Außerhalb des Kühlschranks: Bis 25 °C; 40 mg/0,8 ml höchstens 28 Tage, 40 mg/0,4 ml höchstens 31 Tage. Die Ausnahme gilt nicht für die Durchstechflasche.
Yuflyma [20]
Fertigspritzen: 20 mg/0,2 ml, 40 mg/0,4 ml und 80 mg/0,8 ml. Pens: 40 mg/0,4 ml und 80 mg/0,8 ml. Jeweils 100 mg/ml.
Außerhalb des Kühlschranks: Bis 25 °C für höchstens 31 Tage.
Überdosierung und Antidot
In klinischen Studien wurde keine dosislimitierende Toxizität beobachtet. Die höchste untersuchte Dosierung betrug wiederholt 10 mg/kg intravenös; dies entspricht etwa dem 15-Fachen der empfohlenen Dosis. [1]
Quellen und Links
Quellennummern gelten innerhalb dieses Medikamentenkapitels. DGRh-Therapieinformationen: jeweils unten genannter Originalstand.