Hydroxychloroquin
DGRh-Therapieinformationen: Arztfassung · Patientenfassung
Fachinformationen: Präparateauswahl
| Indikationen | RA, SLE; JIA als Kombinationstherapie mit Quensyl oder Dr. Eberth ab 6 Jahren und ≥35 kg. Diskoider Lupus und weitere Altersgrenzen präparatespezifisch.[1][2][3] |
|---|---|
| Dosierung | Meist 200–400 mg p.o./Tag; DGRh-Tabelle und FI-Gewichtsgrenzen im Dosierungsabschnitt. |
| Gegenanzeigen (Auswahl) | Präparatabhängig; Hydroxychloroquin-ratiopharm: Makulopathie, Retinitis pigmentosa, Myasthenia gravis oder unter 35 kg ungeeignet. |
| Besondere Sicherheitsmaßnahmen | Augenärztliches Screening; Nierenfunktion, Tamoxifen, QT-Risiko und Muskeltoxizität beachten. |
Wirkmechanismus
Immunmodulatorisches 4-Aminochinolin; Anreicherung in intrazellulären Vesikeln und Beeinflussung entzündlicher Zellfunktionen. Die antirheumatische Wirkung ist mechanistisch nicht vollständig geklärt. [1]
Indikationen
RA und SLE: Zulassung der hier dargestellten systemischen Präparate; Alters-, Dosis- und Sicherheitsvorgaben präparatespezifisch. [1][2][3]
JIA: Quensyl und Hydroxychloroquinsulfat Dr. Eberth in Kombination mit anderen Therapien; Anwendung der 200-mg-Tabletten ab 6 Jahren und ≥35 kg. Pädiatrische Dosierung und FI-Behandlungsdauer unten. [2][3]
Diskoider Lupus: Hydroxychloroquin-ratiopharm; einschließlich Kinder ab 6 Jahren und ≥35 kg. [1]
Weitere Zulassung: Malariaprophylaxe und Behandlung empfindlicher Erreger, präparateabhängig. Die folgenden Therapieangaben betreffen die Rheumatologie. [1][2][3]
Off-Label-Anwendungen
Sjögren-Syndrom (Off-Label): Antimalariatherapie kommt in ausgewählten indikationsbezogenen Situationen in Betracht. [4][1]
APS (Off-Label): Antimalariatherapie kommt in ausgewählten indikationsbezogenen Situationen in Betracht. [4][1]
JIA mit Hydroxychloroquin-ratiopharm: (Off-Label) – Indikation; Quensyl und Dr. Eberth besitzen dagegen eine JIA-Zulassung für die Kombination mit anderen Therapien. [1][2][3]
Dosierung und Anwendung
Langzeittherapie: Meist 200–400 mg p.o. täglich; DGRh/DOG grundsätzlich höchstens 5 mg/kg tatsächliches Körpergewicht pro Tag. Dosen beziehen sich auf Hydroxychloroquinsulfat, entsprechend der Tablettenstärke. [5][4][6][1]
SLE: Zieldosis 5 mg/kg/Tag, individuell nach Schub- und Retinopathierisiko. Bei ausgewählter moderater/schwerer Erkrankung initial auch mehr als 5 mg/kg, jedoch maximal 400 mg/Tag; nach Besserung reduzieren. [7]
Zwischendosen: Alternierende Gabe ganzer 200-mg-Tabletten möglich. 200 und 400 mg im täglichen Wechsel ergeben im vollständigen Zwei-Tage-Zyklus 300 mg/Tag im Mittel. 400 mg/Tag entsprechen erst ab 80 kg einer Dosis ≤5 mg/kg/Tag. [5]
Einnahme: Nach den Mahlzeiten. Abweichende FI-Startschemata stehen beim Präparat. [1]
Pädiatrische Dosierungen
Quensyl / Dr. Eberth – JIA und pädiatrische rheumatologische Anwendung: Niedrigste wirksame Dosis; FI-Bereich 5–6,5 mg/kg/Tag oder 400 mg/Tag, jeweils der niedrigere Wert; bei Übergewicht Idealgewicht zugrunde legen. Ab 6 Jahren und ≥35 kg. Die FI begrenzt die Anwendung bei Kindern auf höchstens 6 Monate. Der DGRh-/DOG-Langzeitgrenzwert beträgt dagegen höchstens 5 mg/kg tatsächliches Körpergewicht/Tag; eine längerfristige Behandlung mit diesen Präparaten entsprechend gesondert beurteilen. [2][3][4][6]
Systemischer oder diskoider Lupus erythematodes, ab 6 Jahren und ≥35 kg: Ratiopharm-FI: 6,5 mg/kg ideales Körpergewicht/Tag oder 400 mg/Tag, jeweils die niedrigere Dosis. Dieser FI-Gewichtsbezug weicht von der DGRh-/DOG-Langzeitgrenze von 5 mg/kg tatsächlichem Körpergewicht/Tag ab. [1][4][6]
DGRh-Dosiertabelle für die Langzeittherapie
| Körpergewicht | Gerundeter DGRh-Tabellenwert pro Tag | Praktische Tablettengabe |
|---|---|---|
| ab 40 kg | 200 mg | 1 Tablette täglich |
| ab 45 kg | ca. 225 mg | 1 Tablette täglich; 1×/Woche 2 Tabletten |
| ab 52 kg | ca. 260 mg | 1 Tablette täglich; 2×/Woche 2 Tabletten |
| ab 58 kg | ca. 290 mg | 1 Tablette täglich; 3×/Woche 2 Tabletten |
| ab 60 kg | 300 mg | 1 und 2 Tabletten im täglichen Wechsel |
| ab 68 kg | ca. 340 mg | 2 Tabletten täglich; 2 Tage/Woche nur 1 Tablette |
| ab 75 kg | ca. 375 mg | 2 Tabletten täglich; 1 Tag/Woche nur 1 Tablette |
| ab 80 kg | 400 mg | 2 Tabletten täglich |
Wochenmittel gesondert berechnen: 200 mg täglich plus eine zusätzliche 200-mg-Tablette pro Woche = 1.600 mg/Woche = 228,6 mg/Tag (bei 45 kg: 5,08 mg/kg/Tag). 400 mg an fünf und 200 mg an zwei Tagen = 2.400 mg/Woche = 342,9 mg/Tag (bei 68 kg: 5,04 mg/kg/Tag). Gerundete Tabellenwerte garantieren an den Gewichtsgrenzen nicht die Einhaltung von höchstens 5 mg/kg/Tag; für die individuelle Verordnung den tatsächlichen Dosierungszyklus zugrunde legen. [5][4]
Nierenfunktion: Bei GFR <30 ml/min nennt die DGRh maximal 3 mg/kg tatsächliches Körpergewicht pro Tag. [5]
Dosisanpassung
| Situation | Vorgabe |
|---|---|
| GFR <30 ml/min | DGRh-Antimalariaempfehlung: maximal 3 mg/kg/Tag, gegebenenfalls intermittierend; begrenzte Evidenz/Expertenkonsens. |
| Lupusnephritis, eGFR <30 ml/min/1,73 m² | S3 SLE: reguläre Dosis um 50 % reduzieren. |
Bezugsgrößen: DGRh nennt eine gewichtsbezogene Obergrenze, die S3-Lupusnephritisempfehlung eine Halbierung der regulären Dosis. [5][4][7]
Leber-/Nierenfunktionsstörung nach FI: Vorsicht und gegebenenfalls Dosisanpassung; bei stark eingeschränkter Funktion HCQ-Plasmaspiegel bestimmen und Dosis entsprechend anpassen. Kein numerisches FI-Reduktionsschema. [1]
Vor Therapiebeginn
Risiken: Tatsächliches Körpergewicht, Nieren-/Leberfunktion, frühere Antimalariaexposition und Begleitmedikation berücksichtigen. CK und LDH vor Beginn bestimmen. Augenärztlichen Ausgangsbefund erheben; präparatespezifisch vor Behandlungsbeginn, nach DGRh innerhalb der ersten 6 Monate. [4][1]
Kardial: QT-Verlängerung, Herzinsuffizienz, Bradykardie, ventrikuläre Arrhythmien sowie Hypokaliämie/-magnesiämie und QT-verlängernde Komedikation beachten. EKG und kardiale Biomarker situationsbezogen; kein fixes EKG-Intervall für alle. [1][4]
Weitere Risiken: G6PD-Mangel, Porphyrie, Psoriasis, neurologische/neuromuskuläre Erkrankungen und Chinin-Überempfindlichkeit. G6PD-Mangel ist in der hier verwendeten ratiopharm-FI ein Warnhinweis, keine formale Gegenanzeige. [1]
Kontrollen
Muskeltoxizität: CK/LDH etwa alle 3–6 Monate; klinisch Muskelkraft und Sehnenreflexe kontrollieren. Bei Verdacht situationsbezogen EMG, Aldolase beziehungsweise kardiale Diagnostik mit EKG, Biomarkern und Bildgebung. [4][5][1]
Blutbild: Hydroxychloroquin-ratiopharm bei Langzeittherapie regelmäßig; Quensyl und Dr. Eberth vor Beginn und alle 2 Monate. Bei Organfunktionsänderungen Dosis und retinales Risiko neu beurteilen. [1][2][3][4]
| Quelle/Situation | Zeitpunkt und Verfahren |
|---|---|
| DOG-Basisuntersuchung | Innerhalb der ersten Monate: bestkorrigierter Visus, Perimetrie, Funduskopie und OCT. DGRh: innerhalb von 6 Monaten. |
| DOG ohne zusätzliche Risikofaktoren | Jährlich ab dem 5. Therapiejahr. DGRh formuliert jährlich nach 5 Jahren Einnahme. |
| Erhöhtes Risiko | Jährlich bereits von Beginn an; zusätzlich bei neuen Seh-/Lesestörungen zeitnahe Untersuchung. |
| Hydroxychloroquin-ratiopharm FI | Vor Beginn und alle 3 Monate; Sehschärfe, Gesichtsfeld, Farbensehen und Netzhautbefund, bei höherem Risiko enger. |
Risikofaktoren: Hohe Tagesdosis (>5 mg/kg), lange Einnahmedauer, Niereninsuffizienz – nach DGRh GFR <60 ml/min –, Tamoxifen und vorbestehende relevante Makulaveränderungen. Die FI nennt zusätzlich kumulative Dosis >200 g, höheres Alter und eingeschränkte Sehschärfe sowie einen abweichenden Dosis-/Gewichtsbezug. [6][4][1]
Früherkennung nach DOG: Primär objektive Methode, meist OCT; FAF oder mfERG ebenfalls geeignet. Verdacht durch eine zweite objektive Methode bestätigen. DGRh empfiehlt mindestens eine subjektive und eine objektive Methode, meist Perimetrie plus OCT. Bei möglichem extramakulärem Befall Untersuchungsfeld erweitern, insbesondere bei asiatischer/afrikanischer Herkunft. [6][4]
Ungeeignete alleinige Früherkennung: Farbensehen, Amsler-Test, Ganzfeld-ERG, EOG, Fluoreszeinangiographie oder alleinige Funduskopie. Cornea verticillata ist kein verlässlicher Hinweis auf retinale Toxizität. [6]
Unterschiedliche Kontrollvorgaben: Risikoadaptiertes DGRh-/DOG-Screening und dreimonatliche FI-Kontrollen unterscheiden sich; Kontrollplan rheumatologisch und ophthalmologisch festlegen. Die DOG-Leitlinie gilt für Erwachsene. [6][4][1]
Wirkbeginn und Therapiebeurteilung
DGRh: Wirkungseintritt nach etwa 3–6 Monaten; ohne Besserung nach 6 Monaten Fortführung kritisch prüfen. Eine prophylaktische Langzeitindikation beim SLE ist nicht an einen subjektiven Wirkungseintritt gebunden. RA-FI: Erst nach 6–8 Wochen beurteilen, bei fehlender Besserung nach 6 Monaten absetzen. [5][7][1]
Gegenanzeigen
Hydroxychloroquin-ratiopharm: Vorbestehende Makulopathie, Retinitis pigmentosa und Myasthenia gravis; 200-mg-Tabletten für Körpergewicht <35 kg ungeeignet; Überempfindlichkeit gegen HCQ, 4-Aminochinoline oder Bestandteile. [1]
Makulopathie: Die DOG betrachtet vorbestehende Makulaerkrankungen nicht pauschal als Gegenanzeige; die genannte FI führt sie ausdrücklich als Kontraindikation. Konkreten Befund und gewähltes Präparat berücksichtigen. [6][1]
Quensyl / Dr. Eberth – zusätzlich präparatebezogen: Retino-/Makulopathie, G6PD-Mangel, Erkrankungen des blutbildenden Systems, Stillzeit sowie Alter <6 Jahre oder Gewicht <35 kg; Überempfindlichkeit gegen Wirkstoff/Bestandteile beziehungsweise 4-Aminochinoline. Dr. Eberth führt zusätzlich Myasthenia gravis auf. [2][3]
Nebenwirkungen und Maßnahmen
Auswahl: Gastrointestinale Beschwerden, Hautreaktionen und Akkommodationsstörungen; klinisch bedeutsam sind Retinopathie, Myo-/Neuromyopathie, Kardiomyopathie/QT-Verlängerung, Hypoglykämie, Zytopenien, schwere Haut-/Leberreaktionen und psychiatrische Symptome. Das Retinopathierisiko steigt mit Dosis, Dauer und zusätzlichen Risikofaktoren. [4][1]
Retinopathierisiko – Beobachtungsdaten: Bei 3.325 Langzeitanwendern lag die geschätzte 15-Jahres-Inzidenz in der Gruppe mit mittlerer Dosis ≤5 mg/kg/Tag während der ersten 5 Jahre bei 2,7 % insgesamt und 1,1 % für moderate/schwere Retinopathie. [8]
Neue Seh-/Gesichtsfeldveränderungen: Nach FI absetzen und augenärztlich abklären; danach Kontrollen alle 3–6 Monate. Fraglicher Screeningbefund: Nach DOG zunächst mit zweiter objektiver Methode bestätigen. DGRh: pathologische Perimetrie-/mfERG-Befunde nach 4–6 Wochen kontrollieren; nur bei geringem/fraglichem Verdacht Weitertherapie mit Kontrolle nach 6–12 Monaten möglich. [1][6][4]
Gesicherte HCQ-Retinopathie: Zeitnah absetzen und Anschlussbehandlung rheumatologisch/ophthalmologisch planen. Netzhautschäden können nach Absetzen fortschreiten. [6][1]
Kardiomyopathie/Arrhythmiezeichen: Absetzen; bei Arrhythmiezeichen EKG. Verdacht auf Phospholipidose mit kardialer, renaler oder muskulärer Toxizität: Absetzen. Bei Muskelschwäche ebenfalls FI-Abbruchvorgabe beachten. [1]
SCARs wie SJS/TEN, DRESS oder AGEP: Unverzüglich absetzen. Bei Blutbildveränderungen sieht die FI ebenfalls einen Therapieabbruch vor. Bei Zeichen einer Leberschädigung sofortige klinische Untersuchung und Leberwerte; Fortführung nach Nutzen/Risiko. [1]
Hypoglykämie: Auch ohne Antidiabetika möglich; bei Symptomen Glukose kontrollieren und Behandlung überprüfen. Neue psychiatrische Symptome/Suizidalität: Unverzügliche ärztliche Abklärung, besonders im ersten Behandlungsmonat. [1]
Wechselwirkungen
| Komedikation | Konsequenz |
|---|---|
| QT-verlängernde Arzneimittel, z. B. Azithromycin, Moxifloxacin, trizyklische Antidepressiva, Antiarrhythmika | Erhöhtes Arrhythmierisiko; besonders vorsichtige Anwendung. Halofantrin nicht gleichzeitig. |
| Tamoxifen/andere retinotoxische Arzneimittel | Kombination nicht empfohlen. |
| Insulin/andere Antidiabetika | Blutzuckersenkung verstärkt; gegebenenfalls Dosis reduzieren. |
| Digoxin, Ciclosporin; weitere P-gp-Substrate mit engem therapeutischem Index, z. B. Dabigatran | Spiegelanstieg möglich; Nebenwirkungen und gegebenenfalls Konzentrationen überwachen. |
| CYP2D6-Substrate, insbesondere Flecainid/Propafenon | Vorsicht; Nebenwirkungen beziehungsweise Konzentrationen überwachen. Metoprolol-Exposition in Einzeldosisstudie etwa 1,7-fach erhöht. |
| CYP3A4-Substrate, z. B. bestimmte Statine | Nebenwirkungen überwachen; klinische Daten zur Interaktion begrenzt. |
| Cimetidin/starke CYP2C8-, CYP3A4- oder CYP2D6-Inhibitoren | Erhöhte HCQ-Exposition möglich; auf Toxizität achten. |
| Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut/andere starke CYP-Induktoren | Möglicher Wirkverlust; Wirksamkeit überwachen. |
| Magnesiumhaltige Antazida/Kaolin | Nach ratiopharm-FI mindestens 2 Stunden Einnahmeabstand. |
| Antiepileptika/krampfschwellensenkende Arzneimittel, z. B. Mefloquin | Verminderte antikonvulsive Wirkung beziehungsweise erhöhtes Krampfrisiko möglich. |
| MAO-Hemmer | FI-Hinweis auf pharmakologische Inkompatibilität; klinische Bedeutung nicht ausreichend quantifiziert. |
Quellenbezug: Wechselwirkungen nach der ratiopharm-Fachinformation; bei einzelnen CYP-/P-gp-Kombinationen beruhen Warnungen überwiegend auf In-vitro-Daten oder Extrapolation von Chloroquin. [1]
Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft: Bei entsprechender Indikation während der Schwangerschaft fortführen. Schwangerschaftssicherheitsdaten überwiegend für ≤400 mg/Tag; gewichts- und organbezogene Dosisanpassung beachten. [9]
Stillzeit: Mit dem Stillen vereinbar. [9]
Väterlicher Kinderwunsch: Fortführung möglich. [9]
Fachinformation – Hydroxychloroquin-ratiopharm: Bei RA/SLE in der Schwangerschaft nur bei überwiegendem individuellem Nutzen, niedrigste wirksame Dosis. Bei längerer täglicher Anwendung hoher Dosen während der Stillzeit empfiehlt die FI Abstillen. Bei längerer Schwangerschaftstherapie das ophthalmologische Sicherheitsprofil bei der Überwachung des Kindes berücksichtigen. [1]
Fachinformation – Beobachtungssignal: Die FI zitiert für Fehlbildungen nach Ersttrimesterexposition ein adjustiertes RR von 1,33 (95%-KI 1,08–1,65) bei ≥400 mg/Tag und 0,95 (0,60–1,50) bei <400 mg/Tag. [1][10]
Fachinformation – Quensyl / Dr. Eberth: Stillzeit kontraindiziert; dies weicht von der oben genannten EULAR-Stillempfehlung ab. Bei RA/SLE in der Schwangerschaft nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung und in niedrigster wirksamer Dosis. [2][3]
Impfungen
HCQ-Monotherapie: Nichtlebend- und Lebendimpfungen möglich; zusätzliche Immunsuppression gesondert berücksichtigen. [5][4]
Empfohlene Nichtlebendimpfstoffe
Auswahl für Erwachsene nach Alter, Grunderkrankung, Impfstatus und Gesamtimmunsuppression. [11]
| Impfung | Indikation / Schema |
|---|---|
| Influenza | Jährlich bei Immunsuppression/ |
| COVID-19 | Jährlich bei relevanter Immunsuppression/ |
| Pneumokokken | PCV20 bei Immunsuppression/ |
| Herpes zoster | Ab 18 Jahren bei Immundefizienz oder schwerer Grunderkrankung; ab 60 Jahren generell. Adjuvantierter Totimpfstoff: 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten; möglichst vor Immunsuppression. |
| Hepatitis B | Bei fehlendem Impfschutz und (geplanter) Immunsuppression. Anti-HBs 4–8 Wochen nach der Impfserie kontrollieren; Ziel ≥100 IE/l. |
| RSV | Einmalig ab 75 Jahren; mit 60–74 Jahren bei schwerer Grunderkrankung/ |
Weitere Impfungen: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, HPV und altersgemäß Meningokokken-ACWY nach Impfkalender vervollständigen; Hepatitis A, FSME, Meningokokken B und Hib bei zusätzlicher Indikation. Bei Kindern und Jugendlichen altersgerechte STIKO-Schemata verwenden. [11]
Operationen
Perioperativ: In der Regel fortführen. Bei begründeten Bedenken wegen Nebenwirkungen oder Interaktionen, insbesondere QT-Verlängerung, kann individuell kurzzeitig pausiert werden. [13]
Weitere besondere Hinweise
HBV: Reaktivierungen wurden bei HCQ zusammen mit anderen Immunsuppressiva berichtet. Das Risiko der Begleitimmunsuppression berücksichtigen. [1]
Alltag und Handhabung
Verkehrstüchtigkeit: Akkommodationsstörung, verschwommenes Sehen oder Schwindel können beeinträchtigen. Aufbewahrung: Für Kinder unzugänglich; kleine Kinder reagieren besonders empfindlich auf Überdosierungen. [1]
Handelspräparate, Wirkstärken und Besonderheiten
Hydroxychloroquin-ratiopharm 200 mg Filmtabletten
Form: 200 mg Hydroxychloroquinsulfat je Tablette; keine Bruchkerbe beschrieben. Für Zwischendosen alternierende Gabe ganzer Tabletten nach DGRh. Im Originalbehältnis vor Licht schützen; laut FI keine zusätzliche Temperaturvorgabe. [1][5]
| Indikation | FI-Schema |
|---|---|
| RA | Initial 400 mg/Tag; bei gutem Ansprechen nach 3 Monaten 200 mg/Tag, später gegebenenfalls 200 mg jeden zweiten Tag. |
| Systemischer Lupus erythematodes | Initial bei Bedarf einige Wochen 400–600 mg/Tag; Erhaltung 200–400 mg/Tag. |
| Diskoider Lupus erythematodes | Initial bei Bedarf einige Wochen 400–600 mg/Tag; Erhaltung 200–400 mg/Tag. |
Dosisunterschied: Bis 600 mg/Tag und der pädiatrische Idealgewichtsbezug stammen aus dieser FI. Die FI verwendet in ihren retinalen Warnhinweisen außerdem 6,5 mg/kg Körpergewicht beziehungsweise fettfreie Körpermasse; DGRh/DOG beziehen sich auf 5 mg/kg tatsächliches Gewicht. [1][4][6]
Quensyl 200 mg Filmtabletten
200 mg Hydroxychloroquinsulfat entsprechen 155 mg Hydroxychloroquin. RA, SLE und JIA-Kombinationstherapie; zusätzlich Malaria. Rheumatologische FI-Anfangsdosis bei Erwachsenen 400–600 mg/Tag, Erhaltung 200–400 mg/Tag; davon getrennt den DGRh-/DOG-Langzeitgrenzwert beachten. Pädiatrie: ab 6 Jahren und ≥35 kg, Gewichtsdosis und Begrenzung auf 6 Monate wie oben. Blutbild vor Beginn/alle 2 Monate; augenärztliche FI-Kontrolle alle 3 Monate. [2][4]
Hydroxychloroquinsulfat Dr. Eberth 200 mg Filmtabletten
200 mg Hydroxychloroquinsulfat entsprechen 155 mg Hydroxychloroquin. RA, SLE und JIA in Kombination mit anderen Therapien; zusätzlich Malaria. Erwachsenen-FI: initial 400–600 mg/Tag, Erhaltung 200–400 mg/Tag; DGRh-/DOG-Langzeitgrenze separat berücksichtigen. Ab 6 Jahren und ≥35 kg, pädiatrischer Dosis-/Dauerrahmen wie oben. Blutbild vor Beginn/alle 2 Monate; augenärztliche FI-Kontrolle alle 3 Monate. Packungsangaben 30/100 Tabletten; ohne besondere Lagerungsbedingungen. [3][4]
Überdosierung und Antidot
Akuter toxikologischer Notfall: Rasch Hypokaliämie, Krampfanfälle, QT-/QRS-Veränderungen, ventrikuläre Arrhythmien sowie Atem-/Kreislaufstillstand möglich. Unverzügliche notfallmedizinische Versorgung mit kardialer Überwachung und supportiver Behandlung. Besonders bei kleinen Kindern können bereits geringe Mengen lebensbedrohlich sein. [1]