NSAR und Coxibe
| Indikationen | axSpA; symptomatische Ergänzung bei RA/PsA und peripherer Arthritis; Gichtanfall nach Wirkstoff. |
|---|---|
| Dosierung | Ibuprofen 1.200–2.400 mg/Tag; Naproxen meist 500–1.000 mg/Tag; Celecoxib 200–400 mg/Tag; Etoricoxib bei RA/AS 60–90 mg/Tag. |
| Gegenanzeigen (Auswahl) | Ulkus/Blutung, schwere Organinsuffizienz; Coxibe zusätzlich arterielle Gefäßerkrankung/NYHA II–IV; Etoricoxib bei unkontrolliert >140/90 mmHg. |
| Besondere Sicherheitsmaßnahmen | Gastrointestinale, renale und kardiovaskuläre Risiken; Blutdruck, Volumenstatus und relevante Kombinationen. Etoricoxib 120 mg nur akute Gicht, höchstens acht Tage. |
Wirkmechanismus
Indikationen
axSpA: initiale pharmakologische Therapie; bei Bedarf ausreichender antiinflammatorischer Dosisversuch, kontinuierliche Gabe nach Symptomerfordernis. RA/PsA/periphere Arthritis: symptomatische Ergänzung zur krankheitsmodifizierenden Behandlung.[1][6]
Weitere zulassungsabhängige Anwendungen: aktivierte Arthrose und akuter Gichtanfall. Die Zulassungen der einzelnen Präparate unterscheiden sich; insbesondere Celecoxib ist kein zugelassenes Gichtanfallpräparat.[2][3][4][5]
Dosierung und Anwendung
| Wirkstoff | Dosis und Grenze |
|---|---|
| Ibuprofen | 1.200–2.400 mg/Tag in geteilten Gaben; Einzeldosis maximal 800 mg. |
| Naproxen | In der verwendeten FI 500–750 mg/Tag; bei Bedarf bis 1.000 mg/Tag, ein- oder zweimal täglich. |
| Celecoxib · RA | 100 mg zweimal täglich, bei Bedarf bis 200 mg zweimal täglich. Fehlt nach Dosiserhöhung innerhalb von zwei Wochen ein Zusatznutzen, Alternative prüfen. |
| Celecoxib · ankylosierende Spondylitis | 200 mg/Tag als Einmal- oder Zweimalgabe; bei Bedarf bis 400 mg/Tag. Bei fehlendem Zusatznutzen nach zwei Wochen Alternative prüfen. |
| Etoricoxib · RA/ankylosierende Spondylitis | 60 mg einmal täglich; bei unzureichender Wirkung 90 mg einmal täglich, nach Stabilisierung wieder 60 mg erwägen. |
| Wirkstoff | Regime |
|---|---|
| Naproxen | Initial 750 mg, anschließend 250 mg alle acht Stunden bis zum Abklingen der Beschwerden. |
| Etoricoxib | 120 mg einmal täglich, ausschließlich akut und maximal acht Tage. |
Für Ibuprofen gelten je nach Indikation/Alter unterschiedliche FI-Dosen; die oben genannten Rheumadosen sind von OTC-Schmerzregimen getrennt. Naproxen-CT ist laut verwendeter FI für Personen unter 18 Jahren ungeeignet; pädiatrische Formulierungen gesondert dosieren.[2][3]
Dosisanpassung
| Situation | Vorgehen |
|---|---|
| Alle · Dehydratation oder akute Nierenschädigung | NSAR zurückstellen, Ursache behandeln und Nierenfunktion prüfen. |
| Celecoxib · Kreatinin-Clearance <30 ml/min | Kontraindiziert. |
| Celecoxib · mäßige Leberfunktionsstörung | Mit der Hälfte der empfohlenen Anfangsdosis beginnen; schwere Funktionsstörung kontraindiziert. |
| Etoricoxib · Kreatinin-Clearance <30 ml/min | Kontraindiziert. |
| Etoricoxib · Child-Pugh 5–6 / 7–9 | Maximal 60 mg/Tag / 30 mg/Tag; schwere Leberfunktionsstörung kontraindiziert. |
| Höheres Alter, Multimorbidität | Niedrig beginnen; gastrointestinales, renales und kardiovaskuläres Risiko engmaschiger prüfen. |
| Celecoxib · verminderter CYP2C9-Metabolismus | Bei bekanntem oder vermutetem schlechtem Metabolismus die Hälfte der niedrigsten empfohlenen Dosis erwägen. Kombination mit CYP2C9-Hemmern bei bekannt schlechtem Metabolismus vermeiden. [4] |
Vor Therapiebeginn
Kontrollen
Blutdruck, Ödeme und Nierenfunktion nach Beginn/Dosissteigerung und bei Risikokonstellationen kontrollieren. Etoricoxib: Blutdruck innerhalb der ersten zwei Wochen, danach regelmäßig. Gastroprotektion bei erhöhtem gastrointestinalem Risiko festlegen.[2][3][4][5]
Meläna/Hämatemesis, neue Dyspnoe/Ödeme, Oligurie oder schwere Haut-/Schleimhautreaktion: absetzen und akut abklären. Gleichzeitige systemische NSAR vermeiden.[2][3][4][5]
Gegenanzeigen
Klassenbezogen/präparatespezifisch: aktive oder rezidivierende Ulzera/Blutung, frühere NSAR-bedingte Blutung/Perforation, relevante NSAR-Überempfindlichkeit, schwere Nieren-/Leberfunktionsstörung und schwere Herzinsuffizienz; jeweilige FI-Grenzen beachten.[2][3][4][5]
Celecoxib/Etoricoxib: etablierte koronare, periphere arterielle oder zerebrovaskuläre Erkrankung, Herzinsuffizienz NYHA II–IV sowie entzündliche Darmerkrankung kontraindiziert. Celecoxib zusätzlich Sulfonamid-Überempfindlichkeit. Etoricoxib: dauerhaft >140/90 mmHg bei unzureichender Blutdruckkontrolle; Alter unter 16 Jahren.[4][5]
Schwangerschafts-/Stillkontraindikationen für Coxibe und Dritttrimester-Kontraindikationen nichtselektiver NSAR gesondert beachten.[2][3][4][5]
Nebenwirkungen und Maßnahmen
Wechselwirkungen
Niedrig dosiertes MTX bei rheumatischer Erkrankung: bei stabiler Nierenfunktion häufig mögliche Kombination mit Kontrollen; Dehydratation/Nierenfunktionsabfall erhöht MTX-Toxizität. ACE-Hemmer/Sartan plus Diuretikum: erhöhtes Risiko akuter Nierenschädigung. Antikoagulanzien, ASS, Glukokortikoide und SSRI erhöhen Blutungsrisiken; Lithiumspiegel können steigen. [6][2][3][4][5]
Ibuprofen kann die Thrombozytenhemmung niedrig dosierter ASS beeinflussen; bei regelmäßiger Kombination Alternativstrategie prüfen. Bei gleichzeitiger Fluconazolgabe nur die Hälfte der empfohlenen Celecoxib-Dosis anwenden. Bei bekannt schlechtem CYP2C9-Metabolismus diese Kombination vermeiden. [2][4]
Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft: Nur intermittierend und möglichst kurz; kurzwirksame nichtselektive NSAR wie Ibuprofen bevorzugen. Nach der 28. Schwangerschaftswoche beenden. Bei erschwerter Konzeption eine NSAR-Pause erwägen. [7]
Stillzeit: Nichtselektive NSAR und Celecoxib mit dem Stillen vereinbar; Ibuprofen bevorzugen. Etoricoxib vermeiden; begrenzte Sicherheitsdaten. [7]
Väterlicher Kinderwunsch: NSAR einschließlich COX-2-Hemmern können fortgeführt werden. [7]
Fachinformation: Ibuprofen/Naproxen können ab der 20. Schwangerschaftswoche fetale Nierenfunktionsstörung/Oligohydramnion verursachen; auch eine Ductus-Verengung im zweiten Trimenon wurde berichtet. Bei mehrtägiger Exposition ab der 20. Woche fetale Kontrollen auf beide Komplikationen erwägen und bei Nachweis absetzen. Im 3. Trimenon kontraindiziert. [2][3]
Fachinformation: Celecoxib und Etoricoxib sind in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert; Celecoxib auch bei gebärfähigen Frauen ohne sichere Kontrazeption. Die Stillzeit-Empfehlung für Celecoxib weicht von EULAR ab. Längere Naproxenexposition in der Stillzeit präparatebezogen abwägen. [3][4][5]
Operationen
Blutungsrisiko, Nierenfunktion, Volumenstatus und pharmakologische Halbwertszeit in die perioperative Planung einbeziehen; Pause durch operatives/anästhesiologisches Team festlegen. Coxibe beeinflussen die Plättchenfunktion anders als nichtselektive NSAR, behalten aber renale und kardiovaskuläre Risiken.[2][3][4][5]
Alltag und Handhabung
Handelspräparate, Wirkstärken und Besonderheiten
Quellen und Links
[1] ASAS/EULAR: axSpA, Update 2022
Original 2023; NSAR als initiale pharmakologische Behandlung, Nutzung nach Beschwerden und Risiken.
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[2] DGRh: Wechselwirkungen und Dosierungen synthetischer DMARDs
Original 2023; Kernempfehlung 2 und Tabellen zu Cotrimoxazol/MTX und NSAR/MTX.
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[3] Ibu-ratiopharm 400/600/800 mg: Fachinformation Juni 2026; insbesondere 4.2–4.6, Rheumadosen, Organfunktion und Reproduktion. Abruf 23.09.2026. Fachinformation
[4] Naproxen-CT 500 mg: Fachinformation September 2024, Version 6; insbesondere 4.2–4.6, getrennte Rheuma-/Gichtregime. Abruf 23.09.2026. Fachinformation
[5] Celecoxib-ratiopharm 100/200 mg: Fachinformation Juli 2025, Version 1; Dokumentkopf und Abschnitt 10 stimmen überein. Dosierung, Organfunktion, CYP2C9/Fluconazol, Gegenanzeigen und Reproduktion. Abruf 23.09.2026. Fachinformation
[6] Etoricoxib-ratiopharm 30/60/90/120 mg: Fachinformation Februar 2021, Version 3; insbesondere 4.2–4.6, Dosis-/Dauergrenzen, Organfunktion und Blutdruck. Abruf 23.09.2026. Fachinformation
[EP] Rüegg L et al.: EULAR recommendations for use of antirheumatic drugs in reproduction, pregnancy, and lactation: 2024 update. Ann Rheum Dis. 2025;84:910–926. Empfehlungen I–III, Tabellen 1–4 und Erläuterungen. DOI 10.1016/j.ard.2025.02.023. Originalquelle