Risankizumab
Risankizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper, der selektiv mit hoher Affinität an die p19-Untereinheit des humanen Interleukin 23 (IL-23) bindet, ohne an IL-12 zu binden, und dessen Interaktion mit dem IL-23-Rezeptorkomplex hemmt. IL-23 ist ein Zytokin, das an Entzündungs- und Immunreaktionen beteiligt ist. Durch die…
Wirkstoff, Handelspräparate und Hersteller
Risankizumab, Skyrizi©, AbbVie
Wirkmechanismus
Risankizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper, der selektiv mit hoher Affinität an die p19-Untereinheit des humanen Interleukin 23 (IL-23) bindet, ohne an IL-12 zu binden, und dessen Interaktion mit dem IL-23-Rezeptorkomplex hemmt. IL-23 ist ein Zytokin, das an Entzündungs- und Immunreaktionen beteiligt ist. Durch die Hemmung der Bindung von IL-23 an seinen Rezeptor hemmt Risankizumab die IL-23-abhängige Signaltransduktion und die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine.
Zulassungen
Psoriasis-Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
Galenische Form und Verabreichung in der Rheumatologie
SKYRIZI® 150 mg Injektionslösung im Fertigpen und in einer Fertigspritze
Die Behandlung erfolgt als kontinuierliche Langzeittherapie. Risankizumab wird bei Psoriasis Arthritis mittels Fertigspritze (FS) oder Fertigpen (FP) subkutan verabreicht in einer Dosis von 150 mg in den Wochen 0 und 4, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 150 mg alle 12 Wochen. Der kombinierte Einsatz von Risankizumab mit Methotrexat ist möglich und zugelassen.
Vor Therapiebeginn
Allgemeinstatus zum Ausschluss einer aktiven Infektion. Überprüfung und ggf. Aktualisierung des Impfstatus. Untersuchung auf aktive oder latente Tuberkulose: Röntgenaufnahme des Thorax (nicht älter als 3 Monate) und geeignete Screeningtests (vorzugsweise IGRA). Bei Hinweisen auf latente Tbc: Prophylaxe möglichst schon 4 Wochen vor Therapiebeginn entweder mit Isoniazid über insgesamt 9 Monate oder mit Rifampicin über insgesamt 4 Monate bei strenger Indikationsstellung und unter regelmäßigen Kontrollen. Laborbestimmungen: großes Blutbild, GPT, Kreatinin.
Kontrollintervalle und Kontrollmaßnahmen
Klinische Untersuchung: Infektionszeichen, Abszesse, Fieber, Husten, Durchfälle, unklarer Gewichtsverlust, Lymphknotenstatus. Laborbestimmungen: Sicherheits- und Aktivitätsparameter (BSG und/oder CRP, großes Blutbild, GPT, Kreatinin) in den ersten 3 Monaten ca. alle vier Wochen, danach ca. alle 3 Monate.
Dosierung/Verabreichung
Psoriasis-Arthritis: Skyrizi allein oder in Kombination mit Methotrexat (MTX) wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.
Anwendung/Empfehlung
Skyrizi wird als subkutane Injektion verabreicht. Die Injektion sollte in den Oberschenkel oder Bauch verabreicht werden. Patienten sollten nicht in Stellen injizieren, an denen die Haut schmerzempfindlich, verletzt, gerötet, verhärtet oder von Psoriasis betroffen ist oder an denen sich ein Bluterguss befindet.
Dosismodifikationen (Alter, eingeschränkte Leber und/oder Nierenfunktion, Zweittumore)
Es ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen zu Patienten ≥ 65 Jahre vor. Es wurden keine spezifischen Studien zur Beurteilung der Auswirkungen einer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Risankizumab durchgeführt.
Dauer der Behandlung/Therapieabbruch
Bei Patienten, die nach 16 Wochen der Behandlung kein Ansprechen zeigen, ist ein Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen. Bei einigen Patienten mit Plaque-Psoriasis mit anfänglich partiellem Ansprechen kann es im Verlauf der Weiterbehandlung über 16 Wochen hinaus zu Verbesserungen kommen.
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil der Formulierung (siehe Fachinformation), Klinisch relevante aktive Infektionen
Potenzielle unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Auswahl, nicht nach Häufigkeit geordnet, in meisten Fällen keine Kausalität nachgewiesen)
Infektionen der Atemwege, Immunogenität, Reaktionen an der Einstichstelle, Fatique, Kopfschmerzen, Anapyhlaxie, Follikulitis, Tinea-Infektionen
Wechselwirkungen/Interaktionen
Von der Kombination von Risankizumab mit anderen Biologika und tsDMARDs wird abgeraten.
Besondere Hinweise/Warnhinweise
Über die Auswirkung einer Risankizumab-Therapie auf die Schwangerschaft liegen keine Erfahrungen vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung. Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Risankizumab während der Schwangerschaft vermieden werden und bei geplanter Schwangerschaft sollte Risankizumab 21 Wochen zuvor abgesetzt werden.
Datum der Aktualisierung
02.10.2025
Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung für Fachkreise. Sie ersetzt weder die Fachinformation noch die ärztliche Therapieentscheidung im Einzelfall.