Sarilumab
Kurzzusammenfassung
IndikationenRA nach unzureichendem DMARD-Ansprechen/Unverträglichkeit; PMR nach unzureichendem Corticosteroid-Ansprechen; pJIA ab 2 Jahren.
DosierungRA und PMR: 200 mg s.c. alle 2 Wochen; bei RA gegebenenfalls 150 mg. pJIA nach Körpergewicht.
Gegenanzeigen (Auswahl)aktive schwere Infektionen.
Besondere SicherheitsmaßnahmenBlutbild-Start-/Pausengrenzen, Transaminasen und Lipide; IL-6-Blockade kann den CRP-Anstieg bei Infektionen abschwächen.
Wirkmechanismus

Humaner monoklonaler IgG1-Antikörper gegen lösliche und membrangebundene IL-6-Rezeptoren; hemmt die IL-6-vermittelte Signalübertragung. [1]

Indikationen

Rheumatoide Arthritis: Mittelschwere bis schwere aktive RA nach unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber mindestens einem DMARD. Mit MTX; Monotherapie bei MTX-Unverträglichkeit oder ungeeigneter MTX-Therapie. Fertigspritze oder Fertigpen. [1]

Polymyalgia rheumatica: Nach unzureichendem Ansprechen auf Corticosteroide oder bei Rezidiv während ihres Ausschleichens. Fertigspritze oder Fertigpen. [1]

Polyartikuläre JIA: Aktive RF-positive oder -negative Polyarthritis und ausgedehnte Oligoarthritis ab 2 Jahren nach unzureichendem Ansprechen auf csDMARDs. Allein oder mit MTX; Durchstechflasche. [1]

Dosierung und Anwendung
IndikationSchema s.c.
RA200 mg alle 2 Wochen; bei bestimmten Laborabweichungen Reduktion auf 150 mg alle 2 Wochen.[2]
PMR200 mg alle 2 Wochen zusammen mit ausschleichenden systemischen Corticosteroiden; anschließend Monotherapie möglich.

PMR: Daten zur Behandlung bis 1 Jahr. Fortsetzung über 52 Wochen nach Krankheitsaktivität und gemeinsamer Therapieentscheidung. [1][3]

Versäumte Dosis: Bei höchstens 3 Tagen Verzögerung möglichst bald nachholen, Folgedosis zum geplanten Termin. Bei mindestens 4 Tagen Verzögerung erst am nächsten geplanten Termin fortfahren; keine Verdoppelung. [1]

Pädiatrische Dosierungen

pJIA ab 2 Jahren und mindestens 10 kg: 175-mg/ml-Durchstechflasche, s.c. alle 2 Wochen durch medizinisches Fachpersonal. 10 bis <30 kg: Grundschema 4 mg/kg; ≥30 kg: Grundschema 3 mg/kg. Das Injektionsvolumen folgt der Gewichtstabelle; bei ≥63 kg nennt die FI eine Begrenzung auf 200 mg und ein Tabellenvolumen von 1,1 ml. [1]

Übergang bei Wachstum: Bei mit 4 mg/kg begonnener Behandlung im Bereich 27,5 bis <39,5 kg das Volumen von 0,65 ml beibehalten; erst bei 39,5 kg auf das 3-mg/kg-Schema umstellen. Dosis nur bei dauerhafter Gewichtsänderung ändern. [1]

pJIA · Grundschema 4 mg/kg alle 2 Wochen

KörpergewichtVolumen je Injektion
≥10 bis <12,5 kg0,25 ml
≥12,5 bis <14,5 kg0,30 ml
≥14,5 bis <16,5 kg0,35 ml
≥16,5 bis <19 kg0,40 ml
≥19 bis <21 kg0,45 ml
≥21 bis <23,5 kg0,50 ml
≥23,5 bis <25,5 kg0,55 ml
≥25,5 bis <27,5 kg0,60 ml
≥27,5 bis <30 kg0,65 ml

[4]

175 mg/ml; Übergangsregel bis <39,5 kg beachten. [1]

pJIA · Grundschema 3 mg/kg alle 2 Wochen

KörpergewichtVolumen je Injektion
≥30 bis <31 kg0,50 ml
≥31 bis <34 kg0,55 ml
≥34 bis <37 kg0,60 ml
≥37 bis <39,5 kg0,65 ml
≥39,5 bis <42,5 kg0,70 ml
≥42,5 bis <45 kg0,75 ml
≥45 bis <48,5 kg0,80 ml
≥48,5 bis <51,5 kg0,85 ml
≥51,5 bis <54,5 kg0,90 ml
≥54,5 bis <57 kg0,95 ml
≥57 bis <63 kg1,00 ml
≥63 kg1,1 ml

[4]

175 mg/ml; bei zuvor mit 4 mg/kg behandeltem Kind bis <39,5 kg weiterhin 0,65 ml gemäß Übergangsregel. Die Tabelle ist auch an Gewichtsgrenzen maßgeblich. [1]

Dosisanpassung und Unterbrechung

Nierenfunktion: Bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung keine Dosisanpassung; schwere Einschränkung nicht untersucht. [1]

Leberfunktion: Bei aktiver Lebererkrankung oder Leberfunktionsstörung Anwendung nicht empfohlen; keine gesicherte Dosisanpassung. [1]

Rheumatoide Arthritis

BefundMaßnahme
ANC 0,5–1 × 10⁹/lPausieren bis >1 × 10⁹/l; Wiederbeginn mit 150 mg alle 2 Wochen, gegebenenfalls wieder 200 mg.
ANC <0,5 × 10⁹/lAbsetzen.
Thrombozyten 50–100 × 10³/µlPausieren bis >100 × 10³/µl; Wiederbeginn mit 150 mg alle 2 Wochen, gegebenenfalls wieder 200 mg.
Thrombozyten <50 × 10³/µlBei Bestätigung durch Wiederholungsmessung absetzen.
ALT >1 bis 3 × obere NormgrenzeBegleitende DMARDs beziehungsweise Immunmodulatoren gegebenenfalls anpassen.
ALT >3 bis 5 × obere NormgrenzePausieren bis <3 × obere Normgrenze; Wiederbeginn mit 150 mg alle 2 Wochen, gegebenenfalls wieder 200 mg.
ALT >5 × obere NormgrenzeAbsetzen.

Bei ANC >1 × 10⁹/l derzeitige Dosis beibehalten; Neutrophilenwerte für Anpassungen am Ende des Dosierungsintervalls beurteilen. [1]

Polymyalgia rheumatica

BefundMaßnahme
ANC <1 × 10⁹/l am Ende des DosierungsintervallsAbsetzen.
Thrombozyten <100 × 10³/µlAbsetzen.
AST-/ALT-Erhöhung auf das Dreifache der oberen NormgrenzeAbsetzen.

Dosisanpassungen bei PMR mit diesen Laborabweichungen wurden nicht untersucht. [1]

Pädiatrische Dosisunterbrechung bei pJIA

BefundMaßnahme
ANC ≥0,5 bis <1 × 10⁹/l, mit oder ohne InfektionPausieren bis zur Beurteilung des klinischen Zustands.
ANC <0,5 × 10⁹/l ohne InfektionNach Tabelle 2 pausieren bis zur Beurteilung des klinischen Zustands.
ANC <0,5 × 10⁹/l mit InfektionAbsetzen.
Thrombozyten 50–100 × 10³/µlPausieren bis >100 × 10³/µl und bis zur Beurteilung des klinischen Zustands.
Thrombozyten <50 × 10³/µlAbsetzen.
ALT >1 bis 3 × obere NormgrenzeBegleitendes MTX beziehungsweise andere Arzneimittel gegebenenfalls anpassen.
ALT >3 bis 5 × obere NormgrenzePausieren bis <3 × obere Normgrenze und bis zur Beurteilung des klinischen Zustands.
ALT >5 × obere NormgrenzeAbsetzen.

[4]

pJIA und ANC <0,5 × 10⁹/l: Abschnitt 4.4 der Fachinformation empfiehlt generell den Abbruch, während Tabelle 2 in Abschnitt 4.2 nach begleitender Infektion unterscheidet. Wiederaufnahme oder endgültiges Absetzen nach individueller kinderrheumatologischer Beurteilung. Eine Dosisreduktion bei pJIA wurde nicht untersucht. [1]

Vor Therapiebeginn

Basis: Aktive Infektion ausschließen, Impfstatus prüfen; großes Blutbild, ALT/GPT, AST/GOT, Kreatinin und Lipidprofil. BSG/CRP zur Ausgangsaktivität. [2][1]

Tuberkulose – DZK: Anamnese, klinische Untersuchung, IGRA und Thorax-Röntgen vor Beginn; aktive Tbc ausschließen. Bei LTBI präventive Therapie vor IL-6-Blockade beginnen. Kürzere Rifamycin-Schemata bevorzugen: Rifampicin 4 Monate oder Rifampicin plus Isoniazid 3 Monate; alternativ Isoniazid 9 Monate. Wechselwirkungen und Resistenzanamnese berücksichtigen. [5]

Beginn unter LTBI-Prävention: Die gemeinsame Stellungnahme DZK/DGRh/DDG 2021 empfiehlt mindestens 4 Wochen präventive Therapie vor der Immunsuppression. Die S2k-Leitlinie 2022 bezeichnet den frühestmöglichen Start als nicht gesichert und beschreibt 4–8 Wochen als in der Literatur sicher angesehenen Vorlauf. Bei dringlicher Immunsuppression Zeitpunkt interdisziplinär unter Berücksichtigung der Grunderkrankung und des Präventionsverlaufs festlegen. [6][5]

Tuberkulose – ergänzende Fachinformation: Bei früherer aktiver oder latenter Tbc ohne Nachweis einer adäquaten Behandlung sowie bei negativem LTBI-Test und bestehenden Infektionsrisikofaktoren eine antimykobakterielle Therapie vor Beginn erwägen; gegebenenfalls Tbc-Spezialisten hinzuziehen. [1]

HBV-Screening: HBsAg, Anti-HBc und Anti-HBs; bei HBsAg+ oder Anti-HBc+ zusätzlich HBV-DNA. [7]

HBV-StatusRisiko und Vorgehen
HBsAg+ oder HBsAg−/Anti-HBc+ mit HBV-DNA+ vor TherapiebeginnHoch (>10 %): antivirale Prophylaxe. [8]
HBsAg−/Anti-HBc+; HBV-DNA−Risiko unzureichend quantifiziert; Prophylaxe/Kontrollen nach Gesamtregime hepatologisch festlegen. [7]

Gesamtrisiko: Glukokortikoiddosis/-dauer, weitere Immunsuppression sowie Chemo-/Transplantationsregime berücksichtigen. Anti-HBs+ schließt bei Anti-HBc+ eine Reaktivierung nicht aus. Wenn erforderliche HBV-Kontrollen nicht gesichert sind: Prophylaxe. [7][8]

Kontrollen ohne Prophylaxe: bei HBsAg−/Anti-HBc+/HBV-DNA− HBsAg, HBV-DNA und ALT alle 1–3 Monate. Bei neuem DNA-Nachweis oder HBsAg-Reversion sofort antiviral behandeln, vor Hepatitis. [7]

Prophylaxe: Entecavir oder Tenofovir (TDF/TAF) vor Immunsuppression beginnen, währenddessen und danach 6–12 Monate (bei B-Zell-Depletion mindestens 18 Monate) fortführen. Nach Absetzen weiter überwachen; bei eigenständiger HBV-Therapieindikation länger behandeln. [7]

Impfung: Bei HBsAg−/Anti-HBc− und fehlendem Impfschutz möglichst vor Immunsuppression impfen; Schema und Erfolgskontrolle. [7][9]

Laborgrenzen vor Beginn: Bei ANC <2 × 10⁹/l, Thrombozyten <150 × 10³/µl oder ALT/AST >1,5 × obere Normgrenze Beginn nicht empfohlen; diese Warnhinweise stehen auch in der FI der pJIA-Durchstechflasche. [1]

Divertikulitis/Ulzera: Anamnese und Begleitmedikation auf ein Perforationsrisiko prüfen. Patientenpass aushändigen und Infektions-/Abdominalsymptome erläutern. [1][2]

Kontrollen

Blutbild: Neutrophile und Thrombozyten 4–8 Wochen nach Beginn, anschließend nach klinischem Ermessen. Für Neutrophilen-bedingte Anpassungen Werte vom Ende des Dosierungsintervalls verwenden. [1]

ALT/AST: 4–8 Wochen nach Beginn, anschließend alle 3 Monate; bei klinischem Anlass Bilirubin und weitere Leberparameter. Lipide nach 4–8 Wochen und anschließend etwa alle 6 Monate. [1]

DGRh-Verlauf bei RA: Großes Blutbild, ALT/AST und Kreatinin in den ersten 3 Monaten alle 4 Wochen, danach bei stabil normalen Werten alle 8–12 Wochen; BSG/CRP zur Aktivitätskontrolle. [2]

Infektionsbeurteilung: IL-6-Hemmung kann den CRP-Anstieg verzögern oder abschwächen. Klinische Infektionszeichen auch bei normalem CRP untersuchen. Bei schwerer oder opportunistischer Infektion pausieren, bis sie kontrolliert ist. [2][1]

Wirkbeginn und Therapiebeurteilung

RA – DGRh: Wirkung meist innerhalb der ersten 4 Wochen; ohne Besserung nach 12 Wochen Fortführung überprüfen. [2]

PMR: Beschwerden, Funktionsfähigkeit, Rezidive und Glukokortikoidbedarf beurteilen. Unter IL-6-Hemmung die supprimierten Entzündungsmarker berücksichtigen. [10][2]

Gegenanzeigen

Fachinformation: Überempfindlichkeit gegen Sarilumab oder Bestandteile; aktive schwere Infektionen. Warnhinweis: Auch bei aktiver lokalisierter Infektion nicht verabreichen. [1]

DGRh-Arztbogen 11/2019: Nennt chronische Virusinfektionen (HIV, aktive/persistierende Hepatitis B/C) und bekannte opportunistische Infektionen als zusätzliche Gegenanzeigen. Bei HBV die serologie- und risikobezogene DGVS-Empfehlung berücksichtigen. [2][7]

Nebenwirkungen und Maßnahmen

Häufige Befunde: Neutropenie, Atemwegs- und Harnwegsinfektionen, erhöhte ALT sowie Reaktionen an der Injektionsstelle. Lipiderhöhungen und Thrombozytopenie können auftreten. Bei pJIA zählen Nasopharyngitis, Neutropenie und obere Atemwegsinfektionen zu den häufigsten Ereignissen. [1]

Abdominelle Beschwerden: Bei neuen Bauchschmerzen umgehend Divertikulitis und gastrointestinale Perforation abklären, besonders unter gleichzeitigen NSAR oder Corticosteroiden; ein niedriges CRP schließt die Komplikation nicht aus. [1][2]

Anaphylaxie/Überempfindlichkeit: Anwendung sofort beenden und behandeln. Bei Infektion oder Laborabweichungen die indikationsspezifischen Pausen-/Abbruchregeln anwenden. [1]

Wechselwirkungen

CYP-Substrate: IL-6-Hemmung kann CYP-Aktivität normalisieren und Wirkstoffspiegel vermindern. Bei Beginn und Ende Wirkung beziehungsweise Spiegel individuell dosierter CYP-Substrate überwachen, etwa INR bei Vitamin-K-Antagonisten oder Theophyllinspiegel. [1]

CYP3A4: Verminderte Exposition unter anderem von Statinen und oralen Kontrazeptiva möglich; zuverlässige Verhütung unter Berücksichtigung dieser Wechselwirkung sicherstellen. [1]

Weitere Immuntherapie: Kombination mit anderen biologischen DMARDs oder JAK-Inhibitoren nach DGRh vermeiden. Zusammen mit MTX können Transaminasen häufiger und stärker steigen. [2][1]

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft: Anwendbar, wenn zur wirksamen Kontrolle der mütterlichen Erkrankung erforderlich. [11]

Stillzeit: Mit dem Stillen vereinbar. [11]

Väterlicher Kinderwunsch: Fortführung möglich. [11]

Säuglingsimpfungen: Totimpfstoffe nach regulärem Impfplan. Nach intrauteriner Exposition im 2./3. Trimenon Lebendimpfungen bis zum Alter von 6 Monaten verschieben. [11]

Fachinformation: Zuverlässige Verhütung während und bis 3 Monate nach Therapieende. In der Schwangerschaft nur anwenden, wenn der klinische Zustand dies erfordert. Stillen oder Behandlung unter Abwägung des Nutzens für Kind und Mutter fortführen beziehungsweise unterbrechen. [1][3]

Impfungen

Nichtlebendimpfstoffe: Unter Therapie möglich; möglichst mindestens 2, besser 4 Wochen vor Beginn abschließen. Bei laufender Therapie möglichst in der Mitte des Dosierungsintervalls verabreichen. [12]

Lebendimpfstoffe: Während der Therapie vermeiden; mindestens 4 Wochen vor Beginn oder frühestens 2 Monate nach der letzten Dosis verabreichen. [1][12]

Empfohlene Nichtlebendimpfstoffe

Auswahl für Erwachsene nach Alter, Grunderkrankung, Impfstatus und Gesamtimmunsuppression. [9]

ImpfungIndikation / Schema
InfluenzaJährlich bei Immunsuppression/entsprechender Grunderkrankung oder ab 60 Jahren; inaktivierter Impfstoff, ab 60 Jahren Hochdosis- oder MF59-adjuvantiert.
COVID-19Jährlich bei relevanter Immunsuppression/weiterem Risikofaktor oder ab 75 Jahren, bevorzugt Spätsommer/Frühherbst. Bei ausgeprägter Immundefizienz zusätzliche Dosen/verkürzte Abstände individuell. [13]
Pneumo­kokkenPCV20 bei Immunsuppression/entsprechender Grunderkrankung oder ab 60 Jahren. Nach PCV13/15 ≥1 Jahr; nach PPSV23 ≥6 Jahre, bei ausgeprägter Immundefizienz gegebenenfalls ≥1 Jahr.
Herpes zosterAb 18 Jahren bei Immundefizienz oder schwerer Grunderkrankung; ab 60 Jahren generell. Adjuvantierter Totimpfstoff: 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten; möglichst vor Immunsuppression.
Hepatitis BBei fehlendem Impfschutz und (geplanter) Immunsuppression. Anti-HBs 4–8 Wochen nach der Impfserie kontrollieren; Ziel ≥100 IE/l.
RSVEinmalig ab 75 Jahren; mit 60–74 Jahren bei schwerer Grunderkrankung/Immundefizienz oder Pflegeheimbewohnenden. Möglichst vor der RSV-Saison.

Weitere Impfungen: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, HPV und altersgemäß Meningokokken-ACWY nach Impfkalender vervollständigen; Hepatitis A, FSME, Meningokokken B und Hib bei zusätzlicher Indikation. Bei Kindern und Jugendlichen altersgerechte STIKO-Schemata verwenden. [9]

Operationen

DGRh: Elektiven Eingriff unter Berücksichtigung von Infektions- und Schubrisiko am Ende des zweiwöchentlichen Dosierungsintervalls planen; Wiederbeginn nach ausreichender Wundheilung ohne Infektion. [14]

Alltag und Handhabung

S.c.-Anwendung: Bauch, Oberschenkel oder Oberarm, Injektionsstellen wechseln. Nicht in empfindliche, verletzte, vernarbte oder von Blutergüssen betroffene Haut injizieren. Nach Schulung können RA-/PMR-Patienten oder Pflegepersonen Spritze/Pen anwenden. Die pJIA-Durchstechflasche wird ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal verabreicht. [1]

Lagerung: Alle Formen bei 2–8 °C, nicht einfrieren, im Umkarton lichtgeschützt. Nach Entnahme höchstens 14 Tage bei ≤25 °C. Nicht schütteln oder aktiv erwärmen; trübe, verfärbte oder partikelhaltige Lösung verwerfen. [1]

Handelspräparate, Wirkstärken und Besonderheiten

Kevzara · Fertigspritze 150 mg oder 200 mg

Jeweils 1,14 ml; für RA/PMR. Gesamten Inhalt injizieren. Vor Anwendung mindestens 30 Minuten Raumtemperatur annehmen lassen.[1]

Kevzara · Fertigpen 150 mg oder 200 mg

Jeweils 1,14 ml; für RA/PMR. Gesamten Inhalt injizieren. Vor Anwendung mindestens 60 Minuten Raumtemperatur annehmen lassen.[1]

Kevzara · Durchstechflasche 175 mg/ml

200 mg in 1,14 ml; für pJIA ab 2 Jahren und mindestens 10 kg. Gebrauchsfertig, nicht verdünnen. Dosis mit steriler Spritze/Nadel entnehmen; Rest verwerfen, Inhalte verschiedener Flaschen nicht mischen.[1]

Fertigspritze und Fertigpen sind unter 18 Jahren nicht untersucht; Kinderdosen mit der Durchstechflasche nach der FI-Gewichtstabelle. [1]

Überdosierung und Antidot

Kein spezifisches Antidot. Engmaschig auf Nebenwirkungen überwachen und umgehend symptomatisch beziehungsweise unterstützend behandeln. [1]

Quellen und Links