MedikamentZielgerichtete synthetische DMARDs (tsDMARDs / JAK-Inhibitoren)

Upadacitinib

Upadacitinib ist ein selektiver und reversibler Januskinase(JAK)-Inhibitor. In humanzellbasierten Assays inhibiert Upadacitinib bevorzugt JAK1- oder JAK1/3-Signalwege im Vergleich zu anderen Zytokin-Signalwegen.

Wirkstoff, Handelspräparate und Hersteller

Upadacitinib, Rinvoq©, AbbVie

Wirkmechanismus

Upadacitinib ist ein selektiver und reversibler Januskinase(JAK)-Inhibitor. In humanzellbasierten Assays inhibiert Upadacitinib bevorzugt JAK1- oder JAK1/3-Signalwege im Vergleich zu anderen Zytokin-Signalwegen.

Zulassungen

Rheumatoide Arthritis, Axiale Spondyloarthritis, nicht-röntgenologische axiale Sponyloarthritis, Riesenzellarteriitis, Psoriasis-Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Atopische Dermatitis

Galenische Form und Verabreichung in der Rheumatologie

RINVOQ® 15 mg Retardtabletten, einmal täglich oral

Vor Therapiebeginn

Allgemeinstatus zum Ausschluss einer aktiven Infektion: Überprüfung und ggf. Aktualisierung des Impfstatus; Hepatitis-B-Screening; Untersuchung auf aktive oder latente Tuberkulose: Röntgenaufnahme des Thorax (nicht älter als 3 Monate) und geeignete Screeningtests (vorzugsweise IGRA). Bei Hinweisen auf latente Tbc: Prophylaxe möglichst schon 4 Wochen vor Therapiebeginn entweder mit Isoniazid über insgesamt 9 Monate oder mit Rifampicin über insgesamt 4 Monate bei strenger Indikationsstellung und unter regelmäßigen Kontrollen. Laborbestimmungen: BSG, CRP, großes Blutbild, GOT, GPT und Kreatinin. Lipidstatus (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride). Hinweis: Bei Patienten mit einer absoluten Lymphozytenzahl unter 500/µl, einer absoluten Neutrophilenzahl unter 1000/µl oder einem Hämoglobinwert unter 8 g/dl sollte eine Therapie mit Upadacitinib nicht begonnen bzw. vorübergehend pausiert werden. Upadacitinib sollte bei Patienten mit erhöhtem Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien mit Vorsicht angewendet werden.

Kontrollintervalle und Kontrollmaßnahmen

Klinische Untersuchung: Infektionszeichen, insbesondere obere Atemwege (Husten) sowie Herpes zoster, Fieber, Durchfälle, unklarer Gewichtsverlust Laborbestimmungen: Sicherheits- und Aktivitätsparameter (BSG und/oder CRP, großes Blutbild, GOT, GPT) in den ersten 3 Monaten ca. alle vier Wochen, bei stabil normalen Werten anschließend alle 8- 12 Wochen, Lipidwerte 4-8 Wochen nach Therapiebeginn, anschließend alle sechs Monate. Auf evtl. zusätzlich erforderliche Kontrollen aufgrund der Begleitmedikation ist zu achten.

Dosierung/Verabreichung

Rheumatoide Arthritis: RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere DMARDs unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. RINVOQ kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat angewendet werden.

nr-ax. Spondylitis: RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der aktiven nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis bei erwachsenen Patienten mit objektiven Anzeichen einer Entzündung, angezeigt durch erhöhtes C-reaktives Protein (CRP) und/oder Nachweis durch Magnetresonanztomografie (MRT), die unzureichend auf nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) angesprochen haben.

AS: RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der aktiven ankylosierenden Spondylitis bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben.

Psoriasis-Arthritis: RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der aktiven Psoriasis-Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere DMARDs unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. RINVOQ kann als Monotherapie oder in Kombination mit MTX angewendet werden.

Riesenzellarteriitis: Die empfohlene Dosis von Upadacitinib beträgt 15 mg einmal täglich in Kombination mit einer Ausschleichtherapie der Kortikosteroide. Upadacitinib-Monotherapie sollte nicht zur Behandlung akuter Rezidive angewendet werden. Aufgrund der chronischen Natur der Riesenzellarteriitis kann Upadacitinib 15 mg einmal täglich nach Absetzen der Kortikosteroide als Monotherapie fortgesetzt werden. Eine Behandlung über 52 Wochen hinaus sollte anhand der Krankheitsaktivität, der Erwägung des Arztes und der Entscheidung des Patienten beurteilt werden.

Dosismodifikationen (Alter, eingeschränkte Leber und/oder Nierenfunktion, Zweittumore)

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Niereninsuffizienz oder bei leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich. Upadacitinib wurde bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz nicht untersucht. Upadacitinib darf bei terminaler Leberinsuffizienz nicht angewendet werden.

Unterbrechung/Dosismodifikation bei UAW

Bei schwerer Infektion sollte die Behandlung unterbrochen werden, bis diese unter Kontrolle ist. Bei einer absoluten Lymphozytenzahl unter 500/µl, einer absoluten Neutrophilenzahl unter 1000/µl oder einem Hämoglobinwert unter 8 g/dl sollte eine Therapie mit Upadacitinib pausiert und erst wieder begonnen werden, wenn sich diese Werte normalisiert haben. Es liegen noch keine ausreichenden Daten bezüglich des Infektions- und Wundheilungsrisikos bei chirurgischen Eingriffen unter Upadacitinib vor, daher wird vor größeren Eingriffen eine mehrtägige Pause empfohlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, oder einen sonstigen Bestandteil (Füllstoffe siehe Fachinformation), Aktive Tuberkulose oder aktive schwerwiegende Infektionen, Schwere Leberinsuffizienz, Schwangerschaft

Potenzielle unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Auswahl, nicht nach Häufigkeit geordnet, in meisten Fällen keine Kausalität nachgewiesen)

Infektionen der oberen Atemwege, Gastroenteritis, Harnwegsinfekte, Erhöhung von CK, GPT und GOT, Fieber, Gewichtszunahme, Herpes zoster, Herpes simplex, Neutropenie, Hyper-cholesterinämie, Hyperglyzeridämie, orale Candidose, Übelkeit

Wechselwirkungen/Interaktionen

Von der Kombination von Upadacitinib mit biologischen DMARDs sowie starken Immun-suppressiva wie Azathioprin, Cyclosporin und Tacrolimus wird abgeraten. Upadacitinib wird hauptsächlich hepatisch durch CYP3A4 metabolisiert, was zu Wirkspiegelanstieg durch starke CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Clarithromycin) und Wirkspiegelsenkung durch starke Induktoren (z.B. Rifampicin, Phenytoin) führen kann.

Besondere Hinweise/Warnhinweise

Upadacitinib sollte nur angewendet werden, wenn keine geeigneteren Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen:

• bei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter

• bei Patienten mit einer atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder anderen kardiovaskulären Risikofaktoren (wie Raucher oder ehemalige Langzeitraucher)

• bei Patienten mit Risikofaktoren für maligne Erkrankungen (z. B. aktuelle oder zurückliegende maligne Erkrankungen).

Datum der Aktualisierung

02.10.2025

Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung für Fachkreise. Sie ersetzt weder die Fachinformation noch die ärztliche Therapieentscheidung im Einzelfall.