Upadacitinib
Kurzzusammenfassung
IndikationenRA, PsA, nr-axSpA, AS, RZA, atopische Dermatitis, Alopecia areata, Vitiligo, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.
DosierungRheumatologische Indikationen meist 15 mg einmal täglich; chronisch-entzündliche Darmerkrankungen-Einleitung indikationsbezogen höher.
Gegenanzeigen (Auswahl)Schwangerschaft; schwere Leberfunktionsstörung; aktive Tbc oder aktive schwere Infektion.
Besondere SicherheitsmaßnahmenRisiken für schwere Infektionen, kardiovaskuläre Ereignisse, venöse Thromboembolien und Malignome prüfen; Alters-/Risikobeschränkungen und Blutbild-Startgrenzen beachten.
Wirkmechanismus

Selektiver, reversibler JAK-Inhibitor mit bevorzugter Hemmung JAK1- bzw. JAK1/JAK3-abhängiger Zytokinsignale in menschlichen Zellen. [1]

Indikationen

Rheumatoide Arthritis: Mittelschwere bis schwere aktive Erkrankung nach unzureichendem DMARD-Ansprechen oder Unverträglichkeit; allein oder mit MTX. [1]

Psoriasis-Arthritis: Aktive Erkrankung nach unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein DMARD oder Unverträglichkeit; allein oder mit MTX. [1]

Nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis: Aktive Erkrankung mit objektiven Entzündungszeichen durch erhöhtes CRP und/oder MRT nach unzureichendem NSAR-Ansprechen. [1]

Ankylosierende Spondylitis: Aktive Erkrankung nach unzureichendem Ansprechen auf konventionelle Therapie. [1]

Riesenzellarteriitis: Behandlung der Riesenzellarteriitis. [1]

Atopische Dermatitis: Mittelschwere bis schwere Erkrankung ab 12 Jahren bei Eignung für eine systemische Therapie. [1]

Alopecia areata: Schwere Erkrankung ab 12 Jahren. [1]

Nicht-segmentale Vitiligo: Ab 12 Jahren bei Eignung für eine systemische Therapie. [1]

Colitis ulcerosa: Mittelschwere bis schwere aktive Erkrankung nach unzureichendem Ansprechen, Wirkverlust oder Unverträglichkeit unter konventioneller oder biologischer Therapie. [1]

Morbus Crohn: Mittelschwerer bis schwerer aktiver Morbus Crohn nach unzureichendem Ansprechen, Wirkverlust oder Unverträglichkeit unter konventioneller oder biologischer Therapie. [1]

Dosierung und Anwendung
IndikationDosierung
Rheumatoide Arthritis15 mg einmal täglich.[2]
Psoriasis-Arthritis15 mg einmal täglich.
Nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis15 mg einmal täglich.
Ankylosierende Spondylitis15 mg einmal täglich.
Riesenzellarteriitis15 mg einmal täglich mit ausschleichenden Corticosteroiden; nach deren Absetzen als Monotherapie möglich.

Riesenzellarteriitis: Zur Behandlung akuter Rezidive keine Upadacitinib-Monotherapie; Corticosteroide nach klinischer Beurteilung geben. [1]

Hauterkrankungen

IndikationDosierung
Atopische Dermatitis15 oder 30 mg einmal täglich. Bei erhöhtem VTE-/MACE-/Malignomrisiko oder ab 65 Jahren 15 mg.
Alopecia areataAb 30 kg: 15 oder 30 mg einmal täglich; ab 65 Jahren 15 mg.
Nicht-segmentale VitiligoAb 30 kg: 15 mg einmal täglich.

Atopische Dermatitis: 30 mg bei hoher Krankheitslast ohne erhöhtes VTE-/MACE-/Malignomrisiko oder bei unzureichendem Ansprechen auf 15 mg erwägen. Topische Corticosteroide möglich; topische Calcineurininhibitoren für empfindliche Hautbereiche. [1]

Alopecia areata: 30 mg bei hoher Krankheitslast oder unzureichendem Ansprechen auf 15 mg erwägen. Bei beiden Indikationen niedrigste wirksame Erhaltungsdosis verwenden. [1]

Colitis ulcerosa

PhaseDosierung
Einleitung45 mg einmal täglich für 8 Wochen. Bei unzureichendem Nutzen weitere 8 Wochen mit 45 mg, insgesamt höchstens 16 Wochen. Ohne therapeutischen Nutzen nach 16 Wochen absetzen.
Erhaltung15 oder 30 mg einmal täglich. Bei erhöhtem VTE-/MACE-/Malignomrisiko oder ab 65 Jahren 15 mg.

30-mg-Erhaltung: Bei hoher Krankheitslast oder nach notwendiger 16-wöchiger Einleitung ohne erhöhtes VTE-/MACE-/Malignomrisiko sowie bei unzureichendem Ansprechen auf 15 mg erwägen; niedrigste wirksame Dosis. [1]

Morbus Crohn

PhaseDosierung
Einleitung45 mg einmal täglich für 12 Wochen. Bei unzureichendem Nutzen weitere 12 Wochen mit 30 mg einmal täglich. Ohne therapeutischen Nutzen nach 24 Wochen absetzen.
Erhaltung15 oder 30 mg einmal täglich. Bei erhöhtem VTE-/MACE-/Malignomrisiko oder ab 65 Jahren 15 mg.

30-mg-Erhaltung: Bei hoher Krankheitslast ohne erhöhtes VTE-/MACE-/Malignomrisiko oder unzureichendem Ansprechen auf 15 mg erwägen; niedrigste wirksame Dosis. [1]

Pädiatrische Dosierungen

Atopische Dermatitis · 12–17 Jahre, ≥30 kg

Zunächst 15 mg einmal täglich; bei unzureichendem Ansprechen auf 30 mg einmal täglich erhöhen. Niedrigste wirksame Dosis. [1]

Alopecia areata · 12–17 Jahre, ≥30 kg

15 oder 30 mg einmal täglich nach Krankheitsbild; 30 mg bei hoher Krankheitslast oder unzureichendem Ansprechen auf 15 mg erwägen. Niedrigste wirksame Dosis. [1]

Nicht-segmentale Vitiligo · 12–17 Jahre, ≥30 kg

15 mg einmal täglich. [1]

Unter 12 Jahren oder unter 30 kg sind für diese Indikationen keine Dosierungen etabliert. Für die übrigen Indikationen besteht keine pädiatrische Zulassung. [1]

Dosisanpassung

Nierenfunktion: Bei leichter oder mäßiger Einschränkung keine Dosisanpassung. Bei terminaler Niereninsuffizienz nicht empfohlen. [1]

Schwere Niereninsuffizienz

Bei eGFR 15 bis <30 ml/min/1,73 m² vorsichtig anwenden; folgende Tagesdosen verwenden. [1]

IndikationDosierung einmal täglich
Rheumatoide Arthritis15 mg.
Psoriasis-Arthritis15 mg.
Nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis15 mg.
Ankylosierende Spondylitis15 mg.
Riesenzellarteriitis15 mg.
Atopische Dermatitis15 mg.
Alopecia areata15 mg.
Vitiligo15 mg.
Colitis ulcerosaEinleitung 30 mg; Erhaltung 15 mg.
Morbus CrohnEinleitung 30 mg; Erhaltung 15 mg.

Leberfunktion: Child-Pugh A/B ohne Dosisanpassung; Child-Pugh C kontraindiziert. [1]

Vor Therapiebeginn

Basis: Aktive Infektion ausschließen, Impfstatus prüfen; großes Blutbild, ALT/GPT, AST/GOT, Kreatinin und Lipidprofil. BSG/CRP zur Ausgangsaktivität. [2][1]

Tuberkulose – DZK: Anamnese, klinische Untersuchung, IGRA und Thorax-Röntgen vor Beginn; aktive Tbc ausschließen. Bei LTBI präventive Therapie vor JAK-Hemmung beginnen. Kürzere Rifamycin-Schemata bevorzugen: Rifampicin 4 Monate oder Rifampicin plus Isoniazid 3 Monate; alternativ Isoniazid 9 Monate. Wechselwirkungen und Resistenzanamnese berücksichtigen. [3]

Beginn unter LTBI-Prävention: Die gemeinsame Stellungnahme DZK/DGRh/DDG 2021 empfiehlt mindestens 4 Wochen präventive Therapie vor der Immunsuppression. Die S2k-Leitlinie 2022 bezeichnet den frühestmöglichen Start als nicht gesichert und beschreibt 4–8 Wochen als in der Literatur sicher angesehenen Vorlauf. Bei dringlicher Immunsuppression Zeitpunkt interdisziplinär unter Berücksichtigung der Grunderkrankung und des Präventionsverlaufs festlegen. [4][3]

HBV-Screening: HBsAg, Anti-HBc und Anti-HBs; bei HBsAg+ oder Anti-HBc+ zusätzlich HBV-DNA. [5]

HBV-StatusRisiko und Vorgehen
HBsAg+ oder HBsAg−/Anti-HBc+ mit HBV-DNA+ vor TherapiebeginnHoch (>10 %): antivirale Prophylaxe. [6]
HBsAg−/Anti-HBc+; HBV-DNA−Moderat (1–10 %): Überwachung; bei erhöhtem Gesamtrisiko Prophylaxe erwägen. [6]

Gesamtrisiko: Glukokortikoiddosis/-dauer, weitere Immunsuppression sowie Chemo-/Transplantationsregime berücksichtigen. Anti-HBs+ schließt bei Anti-HBc+ eine Reaktivierung nicht aus. Wenn erforderliche HBV-Kontrollen nicht gesichert sind: Prophylaxe. [5][6]

Kontrollen ohne Prophylaxe: Bei HBsAg+ und niedrigem Gesamtrisiko HBV-DNA/ALT spätestens alle 8 Wochen; bei HBsAg−/Anti-HBc+/HBV-DNA− HBsAg, HBV-DNA und ALT alle 1–3 Monate. Bei neuem DNA-Nachweis oder HBsAg-Reversion sofort antiviral behandeln, vor Hepatitis. [5]

Prophylaxe: Entecavir oder Tenofovir (TDF/TAF) vor Immunsuppression beginnen, währenddessen und danach 6–12 Monate (bei B-Zell-Depletion mindestens 18 Monate) fortführen. Nach Absetzen weiter überwachen; bei eigenständiger HBV-Therapieindikation länger behandeln. [5]

Impfung: Bei HBsAg−/Anti-HBc− und fehlendem Impfschutz möglichst vor Immunsuppression impfen; Schema und Erfolgskontrolle. [5][7]

Virushepatitis: Vor Beginn zusätzlich auf Hepatitis C entsprechend den klinischen Leitlinien untersuchen. [1]

Therapiewahl bei erhöhtem Risiko: Ab 65 Jahren, bei atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder anderen kardiovaskulären Risikofaktoren einschließlich aktuellem oder früherem langjährigem Rauchen sowie bei Risikofaktoren für maligne Erkrankungen nur anwenden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen. [1]

Venöse Thromboembolien: Frühere VTE, größere Operation, Immobilisierung, kombinierte hormonelle Kontrazeption/Hormonersatztherapie und erbliche Gerinnungsstörungen erfassen; bei entsprechenden Risiken vorsichtig anwenden und im Verlauf erneut bewerten. [1]

Startgrenzen: Kein Beginn bei Neutrophilen <1 × 10⁹/l, Lymphozyten <0,5 × 10⁹/l oder Hb <8 g/dl. [1]

Kontrollen

DGRh-Verlaufskontrollen: Klinisch nach Infektionszeichen, insbesondere Fieber, Atemwegsbeschwerden, Herpes zoster, Durchfall und Gewichtsverlust fragen. Sicherheitslabor mit Differenzialblutbild, ALT/GPT und AST/GOT in den ersten 3 Monaten etwa alle 4 Wochen, bei stabilen Werten danach alle 8–12 Wochen; zusätzliche Kontrollen nach Begleitmedikation. BSG/CRP im Verlauf zur Krankheitsaktivität. [2]

Fachinformation: Neutrophile, Lymphozyten und Hb vor Beginn, spätestens nach 12 Wochen und danach individuell; Transaminasen im Routineverlauf. Lipide nach 12 Wochen und danach nach Hyperlipidämie-Leitlinien. DGRh 07/2022: Lipide nach 4–8 Wochen und dann halbjährlich. [1][2]

Unterbrechung: Bei schwerer Infektion pausieren, bis diese kontrolliert ist. Bei Herpes zoster eine Pause bis zum Abklingen erwägen. Bei Verdacht auf arzneimittelbedingte Leberschädigung pausieren und Ursache klären. Bei VTE-Verdacht absetzen und unverzüglich untersuchen. [1]

Weitere Überwachung: Kardiovaskuläres Risiko, VTE-Risiko und Tumorrisiko regelmäßig neu bewerten; regelmäßige Hautuntersuchungen. Neu auftretende Bauchschmerzen unverzüglich auf Divertikulitis oder Perforation abklären. [1]

ParameterVorgehen
Neutrophile <1 × 10⁹/lNicht beginnen bzw. pausieren; Wiederbeginn bei >1 × 10⁹/l.
Lymphozyten <0,5 × 10⁹/lNicht beginnen bzw. pausieren; Wiederbeginn bei >0,5 × 10⁹/l.
Hb <8 g/dlNicht beginnen bzw. pausieren; Wiederbeginn bei >8 g/dl.

Grenzen nach Fachinformation. [1]

Sehstörungen: Bei Beschwerden, die auf einen Netzhautvenenverschluss hinweisen können, umgehend ärztlich abklären. [1]

Wirkbeginn und Therapiebeurteilung

Rheumatologische Therapie – DGRh: Wirkung häufig ab etwa 1 Woche; ohne Besserung nach 12 Wochen Fortführung überprüfen. [2]

Nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis: Ohne klinisches Ansprechen nach 16 Wochen Absetzen erwägen; partielles Ansprechen kann sich bei Fortsetzung verbessern. [1]

Ankylosierende Spondylitis: Ohne klinisches Ansprechen nach 16 Wochen Absetzen erwägen; partielles Ansprechen kann sich bei Fortsetzung verbessern. [1]

Atopische Dermatitis: Ohne therapeutischen Nutzen nach 12 Wochen Absetzen erwägen. [1]

Alopecia areata: Wirksamkeitsdaten über 24 Wochen; Nutzen/Risiko regelmäßig individuell neu beurteilen. [1]

Vitiligo: Ohne therapeutischen Nutzen nach 48 Wochen Absetzen erwägen. [1]

Gegenanzeigen

Schwere Leberinsuffizienz; Schwangerschaft; aktive Tuberkulose oder aktive schwere Infektionen; Überempfindlichkeit gegen Wirkstoff oder Bestandteile. [1]

Nebenwirkungen und Maßnahmen

Auswahl: Atemwegsinfektionen, Herpes zoster/simplex, Pneumonie, Akne, Kopfschmerz, Übelkeit, Bauchschmerz, Fatigue; Anämie, Neutropenie, Lymphopenie, Lipid-, Transaminasen- und CK-Anstieg. Schwere/opportunistische Infektionen, VTE, MACE, maligne Erkrankungen einschließlich nichtmelanozytärem Hautkrebs, gastrointestinale Perforation und schwere Überempfindlichkeit beachten. [1]

Diabetes: Bei Hypoglykämie nach Beginn gegebenenfalls Antidiabetika anpassen. [1]

Wechselwirkungen

Immunsuppression: Kombination mit anderen JAK-Hemmern, Biologika oder potenten Immunsuppressiva wie Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Ciclosporin oder Tacrolimus nicht empfohlen. [1]

Starke CYP3A4-Inhibitoren: Beispielsweise Azolantimykotika oder Clarithromycin erhöhen die Exposition. 15 mg bei dauerhafter Kombination vorsichtig anwenden; bei atopischer Dermatitis bzw. Alopecia areata sind 30 mg unter dauerhafter starker CYP3A4-Hemmung nicht empfohlen. Langfristig Alternative zum Inhibitor erwägen. Grapefruit vermeiden. [1]

Colitis ulcerosa unter starker CYP3A4-Hemmung: Einleitung 30 mg, Erhaltung 15 mg einmal täglich. [1]

Morbus Crohn unter starker CYP3A4-Hemmung: Einleitung 30 mg, Erhaltung 15 mg einmal täglich. [1]

Starke CYP3A4-Induktoren: Rifampicin oder Phenytoin können die Wirkung abschwächen; Krankheitsaktivität überwachen. Bei LTBI-Prävention Schema und Interaktion abstimmen. [1][3]

Tumoranamnese

Tumoranamnese bei entzündlicher Arthritis: JAK-Hemmer nach EULAR mit Vorsicht und nur bei fehlenden therapeutischen Alternativen einsetzen. Bei Tumorerkrankung ohne Remission Therapieentscheidung gemeinsam mit Patient und onkologisch behandelndem Team treffen. [8]

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft: Vor geplanter Schwangerschaft auf eine schwangerschaftsverträgliche Therapie umstellen; während der Schwangerschaft wegen unzureichender Sicherheitsdaten vermeiden. [9]

Stillzeit: Wegen unzureichender Sicherheitsdaten eine stillverträgliche Alternative wählen. [9]

Väterlicher Kinderwunsch: Umstellung auf eine alternative antirheumatische Therapie erwägen; begrenzte Daten zur väterlichen Exposition. [9]

Fachinformation: Schwangerschaft ist kontraindiziert. Zuverlässige Verhütung während der Behandlung und mindestens 4 Wochen nach der letzten Dosis. Während der Stillzeit nicht anwenden; Stillen oder Therapie unter Abwägung des Nutzens unterbrechen. [1]

Impfungen

Nichtlebendimpfstoffe: Unter Therapie möglich; möglichst mindestens 2, besser 4 Wochen vor Beginn abschließen. [10]

Lebendimpfstoffe – Fachinformation: Während der Behandlung vermeiden; Impfstatus vor Beginn vervollständigen. [1]

Lebendimpfstoffe vor Beginn: Auch unmittelbar vor der Therapie nach Fachinformation vermeiden; erforderlichen Abstand nach Impfstoff und bestehender Immunsuppression planen. [1]

Empfohlene Nichtlebendimpfstoffe

Auswahl für Erwachsene nach Alter, Grunderkrankung, Impfstatus und Gesamtimmunsuppression. [7]

ImpfungIndikation / Schema
InfluenzaJährlich bei Immunsuppression/entsprechender Grunderkrankung oder ab 60 Jahren; inaktivierter Impfstoff, ab 60 Jahren Hochdosis- oder MF59-adjuvantiert.
COVID-19Jährlich bei relevanter Immunsuppression/weiterem Risikofaktor oder ab 75 Jahren, bevorzugt Spätsommer/Frühherbst. Bei ausgeprägter Immundefizienz zusätzliche Dosen/verkürzte Abstände individuell. [11]
Pneumo­kokkenPCV20 bei Immunsuppression/entsprechender Grunderkrankung oder ab 60 Jahren. Nach PCV13/15 ≥1 Jahr; nach PPSV23 ≥6 Jahre, bei ausgeprägter Immundefizienz gegebenenfalls ≥1 Jahr.
Herpes zosterAb 18 Jahren bei Immundefizienz oder schwerer Grunderkrankung; ab 60 Jahren generell. Adjuvantierter Totimpfstoff: 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten; möglichst vor Immunsuppression. [12][1]
Hepatitis BBei fehlendem Impfschutz und (geplanter) Immunsuppression. Anti-HBs 4–8 Wochen nach der Impfserie kontrollieren; Ziel ≥100 IE/l.
RSVEinmalig ab 75 Jahren; mit 60–74 Jahren bei schwerer Grunderkrankung/Immundefizienz oder Pflegeheimbewohnenden. Möglichst vor der RSV-Saison.

Weitere Impfungen: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, HPV und altersgemäß Meningokokken-ACWY nach Impfkalender vervollständigen; Hepatitis A, FSME, Meningokokken B und Hib bei zusätzlicher Indikation. Bei Kindern und Jugendlichen altersgerechte STIKO-Schemata verwenden. [7]

Operationen

DGRh: Vor größeren Operationen JAK-Hemmer 3–4 Tage pausieren. Wiederbeginn abhängig von der Wundheilung möglichst bald, ohne Infektionszeichen. [13]

ACR/AAHKS – elektive Hüft-/Knieendoprothetik bei entzündlicher Arthritis: Drei Tage vor der Operation pausieren; Operation an Tag 4 nach der letzten Dosis. Wiederbeginn nach Wundheilung, Entfernung von Fäden/Klammern und ohne relevante Schwellung, Rötung, Sekretion oder anderweitige Infektion, typischerweise nach etwa 14 Tagen. [14]

Alltag und Handhabung

Einnahme: Einmal täglich mit oder ohne Nahrung; Retardtabletten ganz schlucken, nicht teilen, zerdrücken oder kauen. [1]

Rückstände im Stuhl oder Stoma: Bei wiederholt sichtbaren Arzneimittelresten behandelndes Team informieren. Klinisch überwachen und bei unzureichendem Ansprechen alternative Therapie erwägen. [1]

Handelspräparate, Wirkstärken und Besonderheiten

Rinvoq · Retardtabletten

15 mg, 30 mg und 45 mg. 45 mg dient der Einleitung bei Colitis ulcerosa bzw. Morbus Crohn; indikationsbezogene Schemata beachten. Keine besonderen Temperaturbedingungen; Originalblister oder fest verschlossene Originalflasche zum Feuchtigkeitsschutz. [1]

Überdosierung und Antidot

In Studien wurde eine Exposition bis zum AUC-Äquivalent von 60 mg Retard einmal täglich untersucht; Nebenwirkungen waren mit niedrigeren Dosen vergleichbar, spezifische Toxizitäten wurden nicht erkannt. Etwa 90 % des systemischen Upadacitinibs werden im untersuchten Dosisbereich innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden. Überwachen und Nebenwirkungen behandeln. [1]

Quellen und Links