Cyclophosphamid
csDMARD · Alkylans
Kurzfassung
Schwere, progrediente Lupusnephritis und GPA (präparateabhängig).
GPA/MPA: 15 mg/kg i.v., zunächst alle 2, dann alle 3 Wochen; Anpassung an Alter, Nierenfunktion und Blutbild.
Proliferative Lupusnephritis: 500 mg i.v. alle 2 Wochen, 6 Gaben (Euro-Lupus).
Schwere Knochenmarkfunktionsstörung; Zystitis; Harnabflussbehinderung.
Blutbild und Urin kontrollieren; Mesna und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Fertilitätserhalt vor Beginn besprechen.
Wirkmechanismus
Cyclophosphamid wird vorwiegend in der Leber aktiviert. Seine Metaboliten alkylieren und vernetzen DNA; dadurch werden Zellteilung und Immunantwort gehemmt. [1]
Indikationen
Lupusnephritis: Bedrohlicher Verlauf mit schwerer progredienter Erkrankung; Endoxan, Endoxan Lyophilisat und Cyclophosphamid HEXAL. [1][2][3]
Granulomatose mit Polyangiitis: Bedrohlicher Verlauf mit schwerer progredienter Erkrankung; Endoxan, Endoxan Lyophilisat und Cyclophosphamid HEXAL. [1][2][3]
Weitere Zulassungen: Onkologische Indikationen; bei intravenösen Zubereitungen außerdem bestimmte Konditionierungsregime vor Stammzelltransplantation. [1][2]
Off-Label-Anwendungen
(Off-Label) Mikroskopische Polyangiitis und eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis mit organ- oder lebensbedrohender Erkrankung. [DA] Schwere organbedrohende extrarenale SLE-Manifestationen. [ESLE] Systemische Sklerose mit interstitieller Lungenerkrankung. [EI] Therapierefraktäre Myositiden und Antisynthetasesyndrom mit Alveolitis. [MY]
Dosierung und Anwendung
GPA, Remissionsinduktion: Bei organ- oder lebensbedrohender Erkrankung zusammen mit Glukokortikoiden. 15 mg/kg Körpergewicht i.v. pro Infusion, höchstens 1,2 g; erste drei Gaben im Abstand von 14 Tagen, weitere Gaben im Abstand von 21 Tagen. Meist 6 Infusionen. Dosisreduktion nach Alter, Nierenfunktion und Blutbild. [DA][EAV]
MPA, Remissionsinduktion: Bei organ- oder lebensbedrohender Erkrankung zusammen mit Glukokortikoiden. 15 mg/kg Körpergewicht i.v. pro Infusion, höchstens 1,2 g; erste drei Gaben im Abstand von 14 Tagen, weitere Gaben im Abstand von 21 Tagen. Meist 6 Infusionen. Dosisreduktion nach Alter, Nierenfunktion und Blutbild. [DA][EAV]
GPA, orale Alternative: 2 mg/kg täglich, mit alters- und nierenfunktionsabhängiger Reduktion. Die intravenöse Pulstherapie wird zur Begrenzung der kumulativen Dosis bevorzugt. [DA]
MPA, orale Alternative: 2 mg/kg täglich, mit alters- und nierenfunktionsabhängiger Reduktion. Die intravenöse Pulstherapie wird zur Begrenzung der kumulativen Dosis bevorzugt. [DA]
Aktive Lupusnephritis: Euro-Lupus-Schema mit 500 mg i.v. alle 2 Wochen, insgesamt 6 Gaben, zusammen mit Glukokortikoiden. Deutsche S3: initiale Kombination mit Belimumab abwägen. EULAR-LN 2025: Cyclophosphamid plus Belimumab als frühe Kombination empfohlen, besonders bei ungünstigen Prognosefaktoren; Cyclophosphamid als einziges zusätzliches Immunsuppressivum bleibt eine Alternative.[DSLE][ELN]
LN mit rasch progredienter Glomerulonephritis: Modifiziertes NIH-Schema nach EULAR-LN: 0,5–0,75 g/m² i.v. monatlich über 6 Monate, insgesamt 6–7 Pulse. [ELN]
Nach renalem Ansprechen: Cyclophosphamid durch Mycophenolat oder Azathioprin ersetzen; Mycophenolat bevorzugen, außer bei geplanter Schwangerschaft. Die anschließende immunsuppressive Therapie mindestens 3 Jahre nach Ansprechen fortführen. [ELN]
Cyclophosphamid · weitere indikationsbezogene Regime (Off-Label)IndikationDosierung
SARD-ILD · i.v.
500–750 mg/m² KOF alle 4 Wochen über 6 Monate nach ACR/CHEST. [ACRILD]
SARD-ILD · orale Alternative
Initial 50–150 mg/Tag; Zieldosis 2 mg/kg/Tag, höchstens 200 mg/Tag, über 6 Monate. Einige Experten begrenzen auf 100 mg/Tag. Individuell nach Verträglichkeit und Organfunktion. [ACRILD]
Therapierefraktäre Myositis / Antisynthetasesyndrom mit Alveolitis
DGN: 0,5–1 g/m² KOF i.v. initial alle 4 Wochen; im Verlauf Intervall verlängern. Oral alternativ 1–2 mg/kg/Tag. [MY]
Die Angaben sind indikationsbezogen; Dosis und weitere Gaben nach Blutbildnadir, Nierenfunktion und Verlauf anpassen. Mesna, Hydrierung und Fertilitätsschutz berücksichtigen. [DT][MY][ACRILD]
Anwendung: Möglichst morgens; orale Tagesdosis morgens auf einmal. Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Blasenentleerung sorgen. Antiemetische Begleitbehandlung. [DT][1]
Uroprotektion: Mesna bei oraler Dauer- und intravenöser Pulstherapie. [DT] Bei intravenösen Pulsen üblicherweise je 20 % der Cyclophosphamid-Dosis als Mesna i.v. zu Stunde 0, 4 und 8; Gesamtdosis 60 %. [M]
PJP-Prophylaxe bei AAV: Unter Cyclophosphamid Cotrimoxazol 960 mg dreimal wöchentlich oder 480 mg täglich; Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion anpassen. [DA] Fortführung für etwa 3 Monate nach der letzten Cyclophosphamid-Gabe erwägen; fortbestehende Risikofaktoren berücksichtigen. [EAV]
SLE – Einsatzbereich: I.v. Cyclophosphamid bei akuter organ- oder lebensbedrohlicher extrarenaler Erkrankung; bei proliferativer Lupusnephritis niedrig dosiertes i.v. Schema oder MMF zusammen mit Glukokortikoiden. Nach renalem Ansprechen Cyclophosphamid durch AZA oder MMF ersetzen; immunsuppressive Therapie mindestens 3 Jahre nach renalem Ansprechen. [DSLE]
Dosisanpassung
GPA/MPA – intravenöse Pulse: Anpassung an Alter und Serumkreatinin. Die Angaben beziehen sich auf die Dosis pro Infusion. [DA]
Cyclophosphamid · DosisanpassungAlterKreatinin <300 µmol/l
(<3,4 mg/dl)Kreatinin 300–500 µmol/l
(3,4–5,7 mg/dl)<60 Jahre
15 mg/kg
12,5 mg/kg
60–70 Jahre
12,5 mg/kg
10 mg/kg
>70 Jahre
10 mg/kg
7,5 mg/kg
Vor Therapiebeginn
Labor und Harnwege: Blutbild mit Differenzialblutbild und Thrombozyten, Leber- und Nierenwerte sowie Urinstatus/-sediment. Harnabflussbehinderungen, Zystitis, Infektionen und Elektrolytstörungen vor Beginn ausschließen beziehungsweise behandeln. [DT][1]
Infektionsscreening bei AAV: Vor intensiver Immunsuppression auf aktive beziehungsweise latente Infektionen untersuchen, insbesondere Hepatitis B und Tuberkulose. [DA]
HBV-Screening: HBsAg, Anti-HBc und Anti-HBs; bei HBsAg+ oder Anti-HBc+ zusätzlich HBV-DNA. [HB]
Cyclophosphamid · HBV-Risiko (EASL 2025)HBV-StatusRisiko und Vorgehen
HBsAg+ oder HBsAg−/Anti-HBc+ mit HBV-DNA+ vor Therapiebeginn
Hoch (>10 %): antivirale Prophylaxe. [EHB]
HBsAg−/Anti-HBc+; HBV-DNA−
Moderat (1–10 %): Überwachung; bei erhöhtem Gesamtrisiko Prophylaxe erwägen. [EHB]
Gesamtrisiko: Glukokortikoiddosis/-dauer, weitere Immunsuppression sowie Chemo-/Transplantationsregime berücksichtigen. Anti-HBs+ schließt bei Anti-HBc+ eine Reaktivierung nicht aus. Wenn erforderliche HBV-Kontrollen nicht gesichert sind: Prophylaxe. [HB][EHB]
Kontrollen ohne Prophylaxe: Bei HBsAg+ und niedrigem Gesamtrisiko HBV-DNA/ALT spätestens alle 8 Wochen; bei HBsAg−/Anti-HBc+/HBV-DNA− HBsAg, HBV-DNA und ALT alle 1–3 Monate. Bei neuem DNA-Nachweis oder HBsAg-Reversion sofort antiviral behandeln, vor Hepatitis. [HB]
Prophylaxe: Entecavir oder Tenofovir (TDF/TAF) vor Immunsuppression beginnen, währenddessen und danach 6–12 Monate (bei B-Zell-Depletion mindestens 18 Monate) fortführen. Nach Absetzen weiter überwachen; bei eigenständiger HBV-Therapieindikation länger behandeln. [HB]
Impfung: Bei HBsAg−/Anti-HBc− und fehlendem Impfschutz möglichst vor Immunsuppression impfen; Schema und Erfolgskontrolle. [HB][ST26]
Impfstatus: Prüfen und vor Therapiebeginn vervollständigen. [SI]
Fertilität: Vor Beginn über dauerhafte Fertilitätsschädigung und Fertilitätserhalt beraten. Männern Kryokonservierung von Spermien anbieten; Frauen können Kryokonservierung von Eizellen oder GnRH-Analoga angeboten werden. [DA][EP]
Hoch dosierte Pulse bei Lupusnephritis: Bei prämenopausalen Frauen monatliche GnRH-Analoga zum möglichen Erhalt der Ovarialfunktion. [ELN]
Kontrollen
Vor jeder Gabe: Leukozyten, Thrombozyten und Hämoglobin kontrollieren. Urinsediment regelmäßig untersuchen. [1]
Intravenöse Pulse: Blutbild, Leber- und Nierenwerte etwa am 10.–12. Tag nach der Gabe. [DT] Bei AAV Leukozytenkontrolle im erwarteten Nadir, meist 8–14 Tage nach der Infusion; außerdem IgG-Serumkonzentration kontrollieren. [DA]
Orale Dauertherapie: Blutbild wöchentlich; Leber- und Nierenwerte sowie Urinstatus/-sediment alle 2–4 Wochen. [DT]
Verlauf: Dosis und Blutbild fortlaufend dokumentieren. Auf Infektzeichen, Dysurie und Hämaturie achten; Urinkontrollen auch nach Cyclophosphamid-Therapie. [DT][DA]
Wirkbeginn und Therapiebeurteilung
Wirkbeginn: Bei oraler Dauertherapie nach etwa 2–4 Wochen, bei Pulstherapie ab dem 2.–3. Puls. [DT]
GPA/MPA: Nach erreichter Remission auf eine remissionserhaltende Therapie umstellen. [DA]
Gegenanzeigen
Schwere Knochenmarkfunktionsstörung, Zystitis und Harnabflussbehinderungen; floride Infektionen; Überempfindlichkeit gegen Cyclophosphamid, seine Metaboliten oder Bestandteile. [1][2]
Cyclophosphamid HEXAL zusätzlich: Akute urotheliale Toxizität nach zytotoxischer Chemotherapie oder Strahlentherapie. [3]
Schwangerschaft und Stillzeit: Siehe gesonderten Abschnitt. [EP][1]
Nebenwirkungen und Maßnahmen
Myelosuppression: Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie. Therapiepause bei Leukozyten <3.000/µl, Granulozyten <2.000/µl oder Thrombozyten <100.000/µl. [DT]
Harnwege: Hämorrhagische Zystitis und Hämaturie. Bei Zystitis mit Mikro- oder Makrohämaturie bis zur Normalisierung pausieren. [1] Nichtglomeruläre Hämaturie oder Dysurie durch Urinkultur, Sonographie und gegebenenfalls Zystoskopie abklären. [DA]
Infektionen: Schwere und opportunistische Infektionen, einschließlich PJP; Reaktivierung latenter Infektionen. [1]
Weitere Toxizitäten: Übelkeit/Erbrechen, Alopezie, Schleimhautschäden und Leberwerterhöhungen; Kardiotoxizität einschließlich Myokarditis und Herzversagen, Pneumonitis/Lungenfibrose sowie Hyponatriämie/SIADH. [1]
Langzeitrisiken: Dauerhafte Infertilität, Urothelkarzinome, Leukämien und myelodysplastische Syndrome. Risiken hängen unter anderem von der kumulativen Dosis ab. [1][DA]
Wechselwirkungen
Weitere myelotoxische Arzneimittel, ACE-Hemmer und Thiazide: Hämatotoxizität beziehungsweise Immunsuppression können verstärkt werden. [1]
Insulin und orale Antidiabetika: Blutzuckersenkung kann verstärkt werden. [DT]
Warfarin: Verstärkung oder Abschwächung der gerinnungshemmenden Wirkung möglich. [1]
Succinylcholin: Verlängerte neuromuskuläre Blockade mit Apnoe möglich. [1]
Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft: 3 Monate vor geplanter Konzeption beenden; embryotoxisch und teratogen. Bei schwerer therapierefraktärer organ- oder lebensbedrohender mütterlicher Erkrankung und fehlender wirksamer Alternative im 2./3. Trimenon erwägen. [EP]
Stillzeit: Eine stillverträgliche Alternative wählen. [EP]
Väterlicher Kinderwunsch: Mindestens 3 Monate vor geplanter Zeugung beenden; vor Therapiebeginn Fertilitätserhalt besprechen. [EP]
Fachinformation: Empfängnisverhütung für Frauen und Männer während und mindestens 6 Monate nach Therapieende. Während der Behandlung nicht stillen. [1][2]
Impfungen
Lebendimpfungen vor Beginn: Mindestens 4 Wochen Abstand. [SI]
Unter Cyclophosphamid: Totimpfstoffe sind möglich, die Impfantwort kann vermindert sein. Bei laufender Pulstherapie möglichst in der Mitte des Behandlungsintervalls impfen. Keine Lebendimpfstoffe. Nach Therapieende Mindestabstand von 3 Monaten zu Lebendimpfungen. [SI]
Empfohlene Nichtlebendimpfstoffe
Auswahl für Erwachsene nach Alter, Grunderkrankung, Impfstatus und Gesamtimmunsuppression. [ST26]
STIKO · ImpfstoffauswahlImpfungIndikation / Schema
Influenza
Jährlich bei Immunsuppression/entsprechender Grunderkrankung oder ab 60 Jahren; inaktivierter Impfstoff, ab 60 Jahren Hochdosis- oder MF59-adjuvantiert.
COVID-19
Jährlich bei relevanter Immunsuppression/weiterem Risikofaktor oder ab 75 Jahren, bevorzugt Spätsommer/Frühherbst. Bei ausgeprägter Immundefizienz zusätzliche Dosen/verkürzte Abstände individuell. [SC26]
Pneumokokken
PCV20 bei Immunsuppression/entsprechender Grunderkrankung oder ab 60 Jahren. Nach PCV13/15 ≥1 Jahr; nach PPSV23 ≥6 Jahre, bei ausgeprägter Immundefizienz gegebenenfalls ≥1 Jahr.
Herpes zoster
Ab 18 Jahren bei Immundefizienz oder schwerer Grunderkrankung; ab 60 Jahren generell. Adjuvantierter Totimpfstoff: 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten; möglichst vor Immunsuppression.
Hepatitis B
Bei fehlendem Impfschutz und (geplanter) Immunsuppression. Anti-HBs 4–8 Wochen nach der Impfserie kontrollieren; Ziel ≥100 IE/l.
RSV
Einmalig ab 75 Jahren; mit 60–74 Jahren bei schwerer Grunderkrankung/Immundefizienz oder Pflegeheimbewohnenden. Möglichst vor der RSV-Saison.
Weitere Impfungen: Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, HPV und altersgemäß Meningokokken-ACWY nach Impfkalender vervollständigen; Hepatitis A, FSME, Meningokokken B und Hib bei zusätzlicher Indikation. Bei Kindern und Jugendlichen altersgerechte STIKO-Schemata verwenden. [ST26]
Operationen
Bei Cyclophosphamid-Gabe innerhalb von 10 Tagen vor einer Vollnarkose den Anästhesisten informieren: Bei Succinylcholin kann es zu einer verlängerten Apnoe kommen. [1]
Alltag und Handhabung
Tabletten: Morgens unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen; nicht teilen oder zerkleinern. [1]
Flüssigkeit und Blasenentleerung: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr während und unmittelbar nach der Behandlung; Blase regelmäßig entleeren. [1]
Verkehrstüchtigkeit: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Sehstörungen können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. [1]
Handelspräparate, Wirkstärken und Besonderheiten
Endoxan und Endoxan Lyophilisat sind für schwere, progrediente Lupusnephritis und GPA zugelassen. Ungeöffnete Präparate nicht über 25 °C lagern. [1][2] Endoxan-Tabletten und -Pulver in der Originalverpackung aufbewahren. [1]
Endoxan 50 mg überzogene Tabletten
Wirkstärke: 50 mg pro Tablette. FI-Dosierung bei Lupusnephritis/GPA: 1–2 mg/kg täglich, bei GPA 2 mg/kg täglich. Einnahme: Morgens unzerkaut; nicht teilen oder zerdrücken. Enthält Lactose. [1]
Endoxan Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Wirkstärken: 100 mg, 200 mg, 500 mg und 1 g pro Durchstechflasche. Konzentration nach Rekonstitution: 20 mg/ml; bei 100/200/500/1.000 mg jeweils 5/10/25/50 ml Natriumchloridlösung 0,9 %. FI-Dosierung bei Lupusnephritis/GPA: Initial 500–1.000 mg/m² i.v. Infusion: Weitere Verdünnung; Dauer 30 Minuten bis 2 Stunden. Nach Zubereitung: Bei 2–8 °C, höchstens 24 Stunden. [1]
Endoxan Lyophilisat zur Herstellung einer Injektionslösung
Wirkstärken: 500 mg, 1 g und 2 g pro Durchstechflasche. Konzentration nach Rekonstitution: 20 mg/ml; bei 500/1.000/2.000 mg jeweils 25/50/100 ml Natriumchloridlösung 0,9 %. FI-Dosierung bei Lupusnephritis/GPA: Initial 500–1.000 mg/m² i.v. Enthält Mannitol. Nach Zubereitung: Bei 2–8 °C, höchstens 24 Stunden. [2]
Dosisanpassung laut FI: Bei GFR <10 ml/min üblicherweise um 50 %, bei Bilirubin 3,1–5 mg/dl um 25 % reduzieren. Bei Dialyse möglichst gleichbleibenden Abstand zwischen Gabe und Dialyse einhalten. [1][2]
Blutbildkontrollen laut FI: Leukozyten zu Beginn alle 5–7 Tage, bei <3.000/µl alle 2 Tage; bei Dauerbehandlung im Allgemeinen etwa alle 14 Tage. Die DGRh-Kontrollintervalle stehen oben. [1][2]
Cyclophosphamid HEXAL
Pulver zur Injektions-/Infusionslösung: 500 mg und 2.000 mg. Nach Rekonstitution 20 mg/ml. Intravenöse Anwendung. Zulassung: Schwere, progrediente Lupusnephritis und GPA; weitere onkologische Indikationen. FI-Dosierung bei Autoimmunerkrankungen: 500–1.000 mg/m² monatlich. Lagerung: Ungeöffnet nicht über 25 °C. Zubereitete Lösung mikrobiologisch möglichst sofort verwenden; chemisch-physikalische Stabilität für 24 Stunden bei 2–8 °C nachgewiesen. [3]
Überdosierung und Antidot
Kein spezifisches Antidot. Cyclophosphamid und seine Metaboliten sind dialysierbar; bei Überdosierung ist rasche Hämodialyse angezeigt. Engmaschige Überwachung insbesondere auf Hämatotoxizität und unterstützende Behandlung. Mesna möglichst unmittelbar nach der Überdosis zur Begrenzung der Urotoxizität. [1][2]
Quellen und Links
[HB] Cornberg M et al.: Deutsche S3-Leitlinie Hepatitis B, 2021, Kapitel 3.13, Empfehlungen 3.13.1–3.13.3 und Abbildung 3. Screening, Prophylaxe, Wirkstoffe, Kontrollintervalle und Nachlauf. Abruf 22.09.2026; Hepatitis-D-Addendum 2023. Originalquelle
[DSLE] DGRh und beteiligte Fachgesellschaften: S3-Leitlinie Management des systemischen Lupus erythematodes. AWMF 060-008, Version 1.2, 14.06.2025. Empfehlungen 1.4, 1.5, 2.5 und 2.9. Journalfassung DOI 10.1007/s00393-025-01687-z. Originalquelle
[EP] Rüegg L et al.: EULAR recommendations for use of antirheumatic drugs in reproduction, pregnancy, and lactation: 2024 update. Ann Rheum Dis. 2025;84:910–926. Empfehlungen I–III, Tabellen 1–4 und Erläuterungen. DOI 10.1016/j.ard.2025.02.023. Originalquelle
[DT] DGRh: Therapie mit Cyclophosphamid – Arztinformation. Juli 2014. Originalquelle
[EHB] EASL Clinical Practice Guidelines on the management of hepatitis B virus infection. J Hepatol. 2025;83:502–583. Abschnitt HBV-Reaktivierung, Tabelle 14 und Empfehlungen zur Prophylaxe/Überwachung. DOI 10.1016/j.jhep.2025.03.018. Originalquelle
Quellennummern gelten innerhalb dieses Medikamentenkapitels. DGRh-Therapieinformationen: jeweils unten genannter Originalstand.
[DA] Holle JU et al.: S3-Leitlinie – Diagnostik und Therapie der ANCA-assoziierten Vaskulitiden. Z Rheumatol. 2025;84(Suppl 1):S1–S49. Originalquelle
[EAV] Hellmich B et al.: EULAR recommendations for the management of ANCA-associated vasculitis: 2022 update. Ann Rheum Dis. 2024;83:30–47. Einschließlich Supplement, Tabelle S1 (Höchstdosis pro Puls). Originalquelle
[ESLE] Fanouriakis A et al.: EULAR recommendations for the management of systemic lupus erythematosus: 2023 update. Originalquelle
[EI] Antoniou KM et al.: ERS/EULAR clinical practice guidelines for connective tissue disease-associated interstitial lung disease. Eur Respir J. 2026;67:2402533. Originalquelle
[MY] DGN: S2k-Leitlinie Myositissyndrome, Version 6.0, 2022; im Oktober 2024 bis April 2027 verlängert. Tabelle 6.1, S. 38–39, und Cyclophosphamid-Abschnitt S. 41; Originaltabelle visuell geprüft. Originalleitlinie.
[SI] Wagner N et al.: Impfen bei Immundefizienz – Anwendungshinweise zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen. IV: Autoimmunkrankheiten, andere chronisch-entzündliche Erkrankungen und immunmodulatorische Therapie. Bundesgesundheitsbl. 2019;62:494–515. Tabelle A-2. Originalquelle
[1] Endoxan 50 mg überzogene Tabletten und Endoxan 100 mg/200 mg/500 mg/1 g Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung: Fachinformation, April 2024. Originalquelle
[2] Endoxan Lyophilisat 500 mg/1 g/2 g zur Herstellung einer Injektionslösung: Fachinformation, April 2024. Originalquelle
[M] Uromitexan 400 mg (Mesna): Fachinformation, April 2024. Intravenöse Uroprotektion. Originalquelle
[ELN] EULAR-LN 2025 – Originalempfehlungen
Fanouriakis et al. Ann Rheum Dis 2026;85(1):75–90. Empfehlungen 4–6; frühe Kombination, Auswahl von CYC-Regimen und Fortführung nach renalem Ansprechen.
Originalpublikation (DOI) · Autoren-Volltext
[3] Cyclophosphamid HEXAL 500 mg/2000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung: Fachinformation, Januar 2024. Originalquelle
[ST26] STIKO: Impfempfehlungen 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Fassung vom 10.09.2026. Tabelle 2: insbesondere Hepatitis B, Herpes zoster, Influenza, Pneumokokken und RSV; Impfkalender. COVID-19 siehe gesondert [SC26]. Originalquelle
[SC26] STIKO: Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vom 09.07.2026, korrigierte Fassung vom 24.07.2026. Epidemiologisches Bulletin 28/2026, S.3–5: jährliche Standardimpfung ab 75 Jahren; Indikationsimpfung bei erhöhtem Risiko, angepasster Saisonbeginn und individuelle Schemata bei Immundefizienz. Originalquelle
[ACRILD] Johnson SR et al.: 2023 ACR/CHEST Guideline for the Treatment of Interstitial Lung Disease in People with Systemic Autoimmune Rheumatic Diseases. Arthritis Rheumatol. 2024;76:1182–1200. Tabelle 3, S. 1192, und RP-ILD-Empfehlungen. Originalleitlinie.
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