Großgefäßvaskulitiden: Riesenzellarteriitis (GCA) und Takayasu-Arteriitis (TAK) Langfassung
Kurzfassung
Diagnostik und Klassifikation
GCA: Alter ≥50 Jahre; neuer Kopfschmerz, Kopfhautempfindlichkeit, Kieferclaudicatio; Sehstörung, PMR-Beschwerden; CRP/BSG ↑
Großgefäßbefall / TAK: Arm-/Beinclaudicatio, Pulsdefizit, Blutdruckdifferenz, Strömungsgeräusche
GCA-Bildgebung: zuerst Sonographie der Temporal- und Axillararterien; bei vermutetem extrakranialem Befall FDG-PET, alternativ MRT/MRA oder CT/CTA
TAK-Bildgebung: MRT/MRA; Gefäßwandentzündung und Stenosen
Visuelle Ischämie: Notfall; sofortige rheumatologische und ophthalmologische Versorgung
Therapie
Therapiebeginn: Prednisolon 40–60 mg/d; Visuelle Ischämie bei GCA: Notfall; sofort ophthalmologisch beurteilen, ggf. Methylprednisolon i.v.
Therapiebeginn:
GCA → zusätzlich zu GK Tocilizumab oder Upadacitinib erwägen, besonders bei Rezidiv/Refraktärität oder erhöhtem GK-Nebenwirkungsrisiko; MTX (Off-Label) als Alternative. TAK → zusätzlich MTX (Off-Label), Azathioprin (Off-Label), MMF (Off-Label) oder Leflunomid (Off-Label)
Unzureichende Wirksamkeit:
GCA → adjuvante Therapie ergänzen/wechseln; TAK trotz csDMARD → Tocilizumab (Off-Label) oder TNFi (Off-Label); Major-Relaps → erneute Induktion; Minor-Relaps → mindestens letzte wirksame GK-Dosis
Deeskalation:
zunächst GK; bei Krankheitskontrolle Prednisolon auf 15–20 mg/d innerhalb von 2–3 Monaten reduzieren; GK-Freiheit innerhalb 12–18 Monaten anstreben; adjuvante Therapie bei stabiler Kontrolle individuell reduzieren
Monitoring und Sicherheit
Kurzfassung
Regelmäßig klinische Aktivität, Entzündungswerte, Ischämie und Therapiebelastung erfassen
GCA-Schadensbildgebung individuell; bei TAK Bildgebung zur Aktivitäts- und Schadensbeurteilung bei allen Patienten einplanen
Unter IL-6-Hemmung CRP/BSG als Aktivitätsmarker eingeschränkt; neue Symptome unabhängig vom Labor abklären
Medikamentenkontrollen: spezifische Hinweise hier, vollständige Pläne bei den Medikamenten
Quellen und Links
Siehe Langfassung
Leitlinien und weiterführende Quellen
Diese redaktionelle Zusammenfassung unterstützt die fachliche Orientierung. Sie ersetzt weder die Originalleitlinie noch die ärztliche Entscheidung im Einzelfall.