Psoriasisarthritis (PsA)
Diagnostik und Klassifikation
Gelenke
periphere Arthritis, häufig asymmetrisch; DIP-Beteiligung, Daktylitis
Weitere Domänen
Enthesitis, entzündlicher Rückenschmerz/Sakroiliitis
Haut/Nägel
Psoriasis; Tüpfelung, Onycholyse, Hyperkeratose
Unterstützend
Psoriasis-Eigen-/Familienanamnese; RF meist negativ; Sonographie/MRT mit Synovitis/ Enthesitis
Röntgen
Erosionen und juxtaartikuläre Knochenneubildung
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Klinische Beurteilung
- Aktive Suche nach Haut- und Nagelpsoriasis, einschließlich Psoriasisanamnese; Gelenke, Enthesen und Daktylitis dokumentieren
- Axiale Symptome, Uveitis und CED gesondert erfassen; Therapieauswahl an den tatsächlich betroffenen Domänen ausrichten
- CRP normal: aktive PsA weiterhin möglich; klinische Befunde und bei Bedarf gezielte Bildgebung berücksichtigen
- RF/ACPA helfen bei der Abgrenzung insbesondere zur RA; weder Seronegativität noch Seropositivität bestimmen die Diagnose allein
- Bei Enthesenschmerz entzündliche Aktivität von mechanischer Belastung und anderen Schmerzursachen abgrenzen; Bildgebung bei diagnostischer Unsicherheit
CASPAR-Klassifikationskriterien
CASPAR-Klassifikationskriterien berechnen
Voraussetzung: entzündliche artikuläre Erkrankung von Gelenken, Wirbelsäule oder Enthesen. Anschließend folgende Merkmale zählen:
| Merkmal | Punkte und Bedingung |
|---|---|
| Aktuelle Psoriasis | 2 Punkte; Haut- oder Kopfhautpsoriasis, ärztlich festgestellt |
| Eigene Psoriasisanamnese | 1 Punkt, nur ohne aktuelle Psoriasis |
| Psoriasis in der Familie | 1 Punkt bei Verwandten 1. oder 2. Grades, nur ohne aktuelle Psoriasis und ohne eigene Psoriasisanamnese |
| Typische psoriatische Nageldystrophie | 1 Punkt; z. B. Onycholyse, Tüpfelung oder Hyperkeratose bei aktueller Untersuchung |
| Rheumafaktor negativ | 1 Punkt |
| Daktylitis | 1 Punkt; aktuell oder frühere, rheumatologisch dokumentierte Daktylitis |
| Juxtaartikuläre Knochenneubildung | 1 Punkt; im konventionellen Röntgen von Hand/Fuß, Osteophyten ausgenommen |
- Im Psoriasisbereich nur eine Alternative: aktuelle Psoriasis, Eigen- und Familienanamnese nicht addieren
- ≥3 Punkte bei erfüllter Eingangsvoraussetzung → CASPAR-Klassifikation erfüllt
- CASPAR ist kein Schweregradscore; eine klinische PsA-Diagnose bleibt eine ärztliche Gesamtbeurteilung
Therapie
Therapiebeginn
periphere Polyarthritis/ungünstige Mono-/Oligoarthritis → rasch MTX, bei relevanter Hautbeteiligung bevorzugt; Leflunomid oder Sulfasalazin (Off-Label) als Alternativen; axial/Enthesitis → zunächst NSAR bzw. lokale Therapie
Monat 3
≥50 % Aktivitätsreduktion; Monat 6: Remission oder niedrige Krankheitsaktivität; Zielverfehlung → Therapieanpassung
Unzureichende Wirksamkeit
peripher nach ≥1 csDMARD → TNFi, IL-17i, IL-23i oder IL-12/23i; axial nach NSAR → TNFi, IL-17i oder JAKi nach Risikoabwägung; Haut-/Augen-/Darmmanifestation in die Auswahl einbeziehen
nach bDMARD → Wirkstoff-/Klassenwechsel; JAKi nach Risikoabwägung, auch bei bDMARD-Ungeeignetheit; Abatacept als weitere Option; milde Erkrankung und bDMARD/JAKi ungeeignet → Apremilast
Deeskalation
anhaltende Remission → individuelle Dosis-/Intervallreduktion, ggf. (Off-Label); keine festgelegte Mindestdauer
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Periphere Arthritis
- NSAR zur Symptomkontrolle, lokale Glukokortikoidinjektionen als Ergänzung; orale Glukokortikoide sind keine reguläre Standardstrategie der EULAR 2023-Empfehlungen
- Polyarthritis oder Mono-/Oligoarthritis mit ungünstigen Prognosefaktoren: rascher csDMARD-Beginn. Prognosefaktoren: Strukturschaden, erhöhte Akutphase, Daktylitis oder Nagelbeteiligung
- MTX bei klinisch relevanter Hautbeteiligung bevorzugen; Leflunomid oder Sulfasalazin als weitere csDMARD-Optionen für periphere Arthritis
- csDMARD-Wirkung nach etwa 12 Wochen beurteilen; unzureichende Therapie nicht bis zum Sechsmonatsziel unverändert fortsetzen
- Nach unzureichender Wirksamkeit von ≥1 csDMARD: TNFi, IL-17i, IL-23i oder IL-12/23i nach Manifestationen; weitere Optionen nach Vorbehandlung
- JAK-Inhibitor bei unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein bDMARD oder wenn ein bDMARD ungeeignet ist; Sicherheitsregeln beachten
- Apremilast bei milder Erkrankung nach csDMARD-Versagen erwägen, wenn weder bDMARD noch JAK-Inhibitor geeignet sind. „Mild“: oligoartikuläre/entheseale Erkrankung ohne ungünstige Prognosefaktoren und mit begrenzter Hautbeteiligung
- Die aktuelle PsA-Zulassung von Deucravacitinib ist im Wirkstoffdetails berücksichtigt; das EULAR 2023 enthält hierfür noch keine Therapieposition
csDMARDs · Methotrexat, Leflunomid; Sulfasalazin (Off-Label) · Therapiebeginn · periphere Arthritis
Cave: MTX: CrCl <30 ml/min: KI
- Methotrexat (MTX): 15 mg p.o./s.c. einmal wöchentlich → 20–25 mg/Woche nach Verträglichkeit
- Folsäure: Supplementation zu MTX
- Leflunomid: 20 mg p.o. einmal täglich; FI-Aufsättigung bei PsA: 100 mg/d für 3 Tage
- Sulfasalazin: initial 500 mg p.o./d → 1 g zweimal täglich; periphere Arthritis; (Off-Label)
- MTX bei CrCl 30–59 ml/min: Dosisreduktion; CrCl <30 ml/min: KI
- DGRh Wechselwirkung 2023: Cotrimoxazol in antibiotischer Therapiedosis meiden; PJP-Prophylaxe mit 160/800 mg dreimal wöchentlich bei niedrig dosiertem MTX möglich; Interaktionen und Kontrollen
- DGRh Wechselwirkung 2023: unter Penicillinen MTX pausieren; Metamizol und Probenecid meiden; weitere Interaktionen
- Nierenfunktion – DGRh Wechselwirkung 2023: bei GFR ≤45 ml/min von MTX abraten; FI: CrCl 30–59 ml/min → 50 % der Dosis, <30 ml/min → kontraindiziert; Dosisanpassung
- DGRh Wechselwirkung 2023: Eisen zeitlich getrennt einnehmen; bei Digoxin Wirkung/ggf. Spiegel kontrollieren; weitere Interaktionen
- Interaktionen – FI: Rosuvastatin höchstens 10 mg/d; unter Vitamin-K-Antagonisten INR engmaschiger; weitere Interaktionen
- Nierenfunktion: mäßige/schwere Einschränkung laut EU-FI kontraindiziert; DGRh Wechselwirkung 2023 empfiehlt unveränderte Dosis; Quellenunterschied
Axiale PsA
- Bei klinisch relevanter axialer Erkrankung und unzureichendem NSAR-Ansprechen TNF-, IL-17A-, IL-17A/F- oder JAK-Inhibition erwägen
- csDMARDs behandeln die axiale Erkrankung nicht ausreichend; eine periphere Begleitarthritis gesondert beurteilen
- IL-23-/IL-12/23-Inhibitoren nicht aus ihrer Haut- oder peripheren Gelenkwirksamkeit in den axialen Standardpfad übernehmen
Enthesitis und Daktylitis
- Eindeutige entzündliche Enthesitis sichern; mechanische und andere nichtentzündliche Schmerzursachen berücksichtigen
- Bei unzureichendem Ansprechen auf NSAR oder lokale Glukokortikoidinjektionen bDMARD erwägen; keine obligatorische csDMARD-Vorstufe für isolierte Enthesitis
- Vor Eskalation klinische Entzündungsaktivität und Bildgebungsbefund abgleichen
- Daktylitis in Aktivitäts- und Domänenbeurteilung aufnehmen; bei peripherer Mono-/Oligoarthritis zugleich ungünstiger Prognosefaktor
Nichtmuskuloskelettale Manifestationen und Wechsel
- Klinisch relevante Hautpsoriasis: IL-17A-, IL-17A/F-, IL-23- oder IL-12/23-Inhibition bevorzugt berücksichtigen
- Uveitis: monoklonalen TNF-Inhibitor bevorzugen; konkrete okuläre Zulassung beachten
- CED: hierfür wirksamen monoklonalen TNF-Inhibitor, IL-23-, IL-12/23- oder JAK-Inhibitor nach konkreter CED-Zulassung und Sicherheit auswählen; IL-17-Hemmung bei aktiver CED vermeiden
- Bei unzureichender Wirkung oder Unverträglichkeit Wechsel des bDMARD/JAK-Inhibitors erwägen; auch ein Wechsel innerhalb einer Klasse ist möglich
- Therapieentscheidung gemeinsam treffen; Nutzen für einzelne Domänen, Begleiterkrankungen und Präferenzen abwägen
TNFi · Adalimumab, Etanercept, Certolizumab pegol, Golimumab, Infliximab · Nach csDMARD-Versagen;
axial / Enthesitis eigener Pfad
Cave: schwere Herzinsuffizienz (NYHA III/IV)
- Adalimumab: 40 mg s.c. alle 2 Wochen
- Etanercept: 50 mg s.c. einmal wöchentlich; alternativ 25 mg zweimal wöchentlich
- Certolizumab pegol: 400 mg s.c. Woche 0, 2, 4; danach 200 mg alle 2 Wochen; bei bestätigtem Ansprechen alternativ 400 mg alle 4 Wochen
- Golimumab: 50 mg s.c. einmal monatlich; >100 kg und unzureichendes Ansprechen nach 3–4 Dosen: ggf. 100 mg monatlich
- Infliximab i.v.: 5 mg/kg Woche 0, 2, 6; danach alle 8 Wochen
- Infliximab s.c.: nach 5 mg/kg i.v. Woche 0 und 2: 120 mg s.c. ab Woche 6, danach alle 2 Wochen
- Certolizumab/Infliximab: + MTX; Monotherapie bei MTX-Unverträglichkeit/-Ungeeignetheit
IL-17i · Secukinumab, Ixekizumab, Bimekizumab · Nach csDMARD-Versagen; axial / Enthesitis eigener Pfad
Cave: CED: nicht empfohlen
- Secukinumab: 150 mg s.c. Woche 0, 1, 2, 3, 4; danach alle 4 Wochen; nach TNFi-Versagen 300 mg im gleichen Schema; bei unzureichender Wirkung ggf. Steigerung auf 300 mg
- Ixekizumab: 160 mg s.c. Woche 0; danach 80 mg alle 4 Wochen
- Bimekizumab: 160 mg s.c. alle 4 Wochen
- Relevante begleitende Psoriasis: jeweilige Psoriasis-Dosierung
IL-23i · Guselkumab, Risankizumab · Nach unzureichender csDMARD-Wirksamkeit
- Guselkumab: 100 mg s.c. Woche 0 und 4; danach alle 8 Wochen; hohes Gelenkschadensrisiko: ggf. alle 4 Wochen
- Risankizumab: 150 mg s.c. Woche 0 und 4; danach alle 12 Wochen
Ustekinumab · Nach unzureichender csDMARD-Wirksamkeit
- Ustekinumab: 45 mg s.c. Woche 0 und 4; danach alle 12 Wochen; >100 kg: alternativ 90 mg
JAKi · Upadacitinib, Tofacitinib + MTX · Nach bDMARD-Versagen / -Ungeeignetheit · Sicherheitsselektion
Cave: MACE-/Malignom-/VTE-Risiko; Auswahlbeschränkungen
- Upadacitinib: 15 mg Retard p.o. einmal täglich; allein oder + MTX
- Tofacitinib: 5 mg p.o. zweimal täglich; alternativ 11 mg Retard p.o. einmal täglich; + MTX
- Nur ohne geeignete Alternative: ≥65 Jahre; aktuelles/früheres langjähriges Rauchen; erhöhtes kardiovaskuläres-/Malignomrisiko
- VTE-Risiko: besondere Vorsicht
- Tofacitinib – FI: starke CYP3A4-Hemmung oder mäßige CYP3A4-/starke CYP2C19-Hemmung → 5 mg Filmtablette einmal täglich statt 5 mg zweimal täglich / 11 mg Retard; z. B. Ketoconazol / Fluconazol
- Upadacitinib – FI: starke CYP3A4-Hemmer → 15 mg/d mit Vorsicht; Grapefruit vermeiden
- Weitere Interaktionen / Organfunktion: substanzbezogene Anpassungen
Abatacept · Monotherapie oder + MTX · Nach unzureichender DMARD-Wirksamkeit
- Abatacept: 125 mg s.c. einmal wöchentlich; allein oder + MTX
- I.v. alternativ: <60 kg: 500 mg; 60–100 kg: 750 mg; >100 kg: 1.000 mg; Woche 0, 2, 4, danach alle 4 Wochen
- Auswahl: nach DMARD-Versagen einschließlich MTX; keine zusätzlich systemisch behandlungsbedürftige Hautpsoriasis
Apremilast · Milde Erkrankung; bDMARD / JAKi ungeeignet
- Apremilast: nach 5-tägiger Titration 30 mg p.o. zweimal täglich; CrCl <30 ml/min: 30 mg einmal täglich
- Ansprechen: ohne Nutzen nach 24 Wochen Fortführung überdenken
Deucravacitinib · Nach unzureichender DMARD-Wirksamkeit · neuere Option · Ergänzung nach [EULAR 2023]
(https://doi.org/10.1136/ard-2024-225531)
- Deucravacitinib: 6 mg p.o. einmal täglich; allein oder + MTX; nach unzureichender DMARD-Wirksamkeit/-Verträglichkeit
- Ansprechen: ohne Nutzen nach 24 Wochen Beendigung erwägen
Difficult-to-manage und treatment-refractory PsA
- Gemeinsam: leitliniengerechte Behandlung, Therapieversagen bei ≥2 b/tsDMARDs mit ≥2 Wirkmechanismen und problematisches Management aus Sicht von Patient:in und/oder Rheumatologie
- D2M: primäres/sekundäres Wirkversagen oder Abbruch wegen Nebenwirkungen, Intoleranz oder Kontraindikationen. Zusätzlich mindestens 1 Persistenzmerkmal:
- niedrige Aktivität nicht erreicht oder nicht gehalten ◦ aktive extramuskuloskelettale PsA-Manifestation ◦ objektive Entzündungsaktivität ◦
- TR: primäres/sekundäres Wirkversagen; Abbrüche allein wegen Nebenwirkungen, Intoleranz oder Kontraindikationen genügen nicht. Mindestens 2 der drei Persistenzmerkmale, davon objektive Entzündung zwingend; andere Ursachen einschließlich Komorbiditäten oder psychosozialer Faktoren als Treiber der Persistenz ausschließen
- Objektive Entzündung: klinische Zeichen, erhöhte Akutphase und/oder entzündliche Bildgebung; erhöhtes CRP nicht zwingend
- D2M erfordert alle drei Definitionsbereiche, TR zusätzlich den Ausschluss anderer Persistenztreiber. Begleiterkrankungen können bei TR vorliegen
Deeskalation
- Bei anhaltender Remission individuell erwägen
- Gemeint ist Dosisreduktion, gegebenenfalls durch Intervallverlängerung; kein routinemäßiges vollständiges Absetzen
- Reduktion und Verlaufskontrollen gemeinsam vereinbaren; bei Wiederanstieg entzündlicher Aktivität Therapie neu anpassen
- (Off-Label) – Dosis/Frequenz, soweit das gewählte Reduktionsschema von der konkreten Fachinformation abweicht; kein allgemeines PsA-Ausschleichschema vorgegeben
Monitoring und Sicherheit
Gelenkaktivität und weitere Domänen getrennt erfassen; DAS28 bildet die Gesamt-PsA nicht ausreichend ab
Infektionsscreening, Impfstatus und Arzneimittelrisiken vor Therapiebeginn; Verlaufslabor substanzbezogen
JAK-Risikogruppen beachten; eine Übertragbarkeit der JAK-Klassenrisiken auf selektive TYK2-Hemmung ist unklar
Hautziele, Special Sites, Nägel, Gewicht, kardiovaskuläre Risiken und psychische Belastung berücksichtigen
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Aktivität und Therapieziele
- DAPSA/cDAPSA zur peripheren Gelenkaktivität; MDA/VLDA und zusätzliche Domänenbeurteilung für eine umfassendere Bewertung
- DAS28 erfasst insbesondere Füße und weitere relevante PsA-Domänen unzureichend; nicht als Gesamt-PsA-Instrument verwenden
- Haut: mindestens PASI75 nach Induktion; PASI90 oder absoluter PASI <2 oder DLQI ≤1 anstreben. Special Sites und Nägel zusätzlich domänenspezifisch bewerten
- Persistierende Schmerzen trotz Entzündungskontrolle: strukturelle, mechanische und weitere Schmerztreiber prüfen, nicht allein deshalb Immunsuppression eskalieren
Spezifisches Medikamentenmonitoring
- Leflunomid: Blutdruck vor Beginn und regelmäßig im Verlauf
- IL-17i: neue/verschlechterte CED-Symptome
- Apremilast: Gewicht und depressive/suizidale Symptome
Weitere Kontrollen und Dosisanpassungen: Adalimumab · Bimekizumab · Upadacitinib · Medikamentenübersicht Infektionsscreening und Impfungen
JAK- und TYK2-Sicherheit
- JAK-Inhibitoren bei ≥65 Jahren, aktuellem oder längerem früherem Rauchen, erhöhtem kardiovaskulärem oder Malignitätsrisiko nur, wenn keine geeignete Alternative verfügbar ist
- VTE-Risikofaktoren gesondert prüfen; hier besondere Vorsicht. Infektionen einschließlich Herpes zoster, Blutbild, Leberwerte und Lipide präparatbezogen berücksichtigen
- Unklar: Ob selektive TYK2-Hemmung dieselben unerwünschten Effekte wie JAK-Hemmung verursacht. Für Deucravacitinib war in den Studien kein erhöhtes MACE-/VTE-Risiko erkennbar; Langzeitbewertung läuft. Langzeitrisiken bleiben Gegenstand der Bewertung
Begleiterkrankungen und nichtmedikamentöse Maßnahmen
- Gewicht/Adipositas, kardiovaskuläre Risikofaktoren und metabolische Begleiterkrankungen aktiv behandeln
- Regelmäßige Bewegung und bedarfsgerechte Physiotherapie; Funktion, Belastbarkeit und Teilhabe berücksichtigen
- Depression und psychosoziale Belastung erfassen; Rheumatologie, Dermatologie sowie bei Bedarf Ophthalmologie/Gastroenterologie abstimmen
Quellen und Links
- EULAR recommendations for the management of psoriatic arthritis with pharmacological therapies: 2023 update. Gossec et al.; Ann Rheum Dis 2024;83:706–719. Insbesondere Tabelle 2, Empfehlungen 1–11.
- EULAR definitions of difficult-to-manage and treatment-refractory psoriatic arthritis. Marzo-Ortega et al.; Ann Rheum Dis 2026;85:61–74. Tabelle 2 einschließlich Fußnoten.
- S3-Leitlinie Therapie der Psoriasis vulgaris. AWMF 013-001, Version 8.2, Stand 23.07.2025. Hautziele und dermatologische Therapiesicherheit. Publizierte Kurzfassung, Teil 1.
- Taylor et al.: Classification criteria for psoriatic arthritis – CASPAR. Arthritis Rheum 2006;54:2665–2673; Tabelle 6 und Herleitung der Zählregel.